Entlassung von NSU-Terrorhelfer Ralf Wohlleben aus Hochsicherheitsgefängnis

NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben aus Haft entlassen

Der wegen Beihilfe zum Mord verurteilte Ralf Wohlleben wurde am Mittwoch aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Burg (Sachsen-Anhalt) entlassen. Dies berichtete die Mitteldeutsche Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Wohlleben hatte seine Haftstrafe vollständig abgesessen. Das Urteil war im Jahr 2018 im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München gefällt worden.

Hintergrund der Haft

Wohlleben, der seinen letzten Wohnsitz vor der Inhaftierung in Sachsen-Anhalt hatte, galt als zentraler Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Diese hatte zwischen 2000 und 2007 insgesamt zehn Menschen ermordet, darunter neun mit Migrationshintergrund. Wohlleben wurde vorgeworfen, den Terroristen die Mordwaffe beschafft zu haben. Im Prozess wurde er dafür zu einer zehnjährigen Haftstrafe wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen verurteilt. Seine Rolle als Waffenbeschaffer hat er jedoch stets bestritten.

Rechtslage und Haftverlauf

  • Nach dem Urteil 2018 war Wohlleben zunächst aufgrund der noch nicht rechtskräftigen Entscheidung auf freiem Fuß.
  • Nachdem der Bundesgerichtshof seine Revision zurückwies und das Oberlandesgericht München einen Antrag auf Aussetzung der Reststrafe ablehnte, trat er 2023 seine Haftstrafe erneut an.
  • Die Untersuchungshaft vor dem Prozess wurde auf die Gesamtstrafe angerechnet, weshalb Wohlleben nun entlassen wurde.

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Mitteldeutsche Zeitung
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