Hella von Sinnen kritisiert Dieter Nuhrs Äußerungen zu Femiziden
Die Entertainerin Hella von Sinnen hat die Aussagen von Dieter Nuhr zum Thema Femizide scharf verurteilt und dessen Verbleib im öffentlich-rechtlichen Rundfunk infrage gestellt. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) äußerte sie sich empört über Nuhrs Umgang mit dem Thema: „Jährlich werden etwa 350 Frauen von ihren Partnern getötet – und er macht daraus eine Aussage? Das ist eine unfassbare Respektlosigkeit und Verharmlosung von Femiziden sowie eine Leugnung des Frauenhasses. Ich finde das wirklich erschreckend.“ Von Sinnen zeigte sich gespannt, ob Nuhr weiterhin bei der ARD tätig sein wird.
Reflexionen zu Thomas Gottschalks Umgang mit Frauen
Im Zusammenhang mit der Debatte um Thomas Gottschalks Verhalten gegenüber Frauen fand die 67-Jährige differenzierte Worte. Sie erklärte, Gottschalk habe „einfach nur gespielt“ und sich seiner Wirkung als charmanter Mann bewusst gewesen. „Beim ZDF gab es niemanden, der ihm Grenzen aufgezeigt hätte“, so von Sinnen. Die häufige Bezugnahme auf „Wetten, dass …?“ als Beispiel für den damals vorherrschenden Sexismus im Fernsehen der 1980er- und 1990er-Jahre führte sie auf Gottschalks immense Popularität zurück: „Er war der Beliebteste, und alle haben es ihm nachgesehen. Das wurde als normal empfunden. Ich unterstelle ihm weder Frauenfeindlichkeit noch Sexismus. Er war über viele Jahre mit seiner starken Partnerin Thea zusammen.“
Eigene Erfahrungen mit Frauenfeindlichkeit
Von Sinnen berichtete auch von persönlichen Angriffen und Hasspostings: „Man erkannte schon an der Schrift, dass etwas besonders Gemeines folgt: ‚Frau von Sinnen, Ihre Fotze müsste man mit Teer übergießen.‘“ Gleichzeitig betonte sie, stets selbstbestimmt aufgetreten zu sein und ihre Sexualität bewusst thematisiert zu haben. „Die Provokation lag darin, dass ich eine dicke, lesbische Frau war, die offensichtlich erfülltes Sexualleben hatte und mit Frauen zusammen war, die für viele Männer unerreichbar schienen. Ich war nie entsexualisiert.“
Appell an Männer zur Übernahme von Verantwortung
Abschließend richtete von Sinnen einen Appell an Männer, Verantwortung zu übernehmen: „Es gibt gute Männer, und das freut mich. Doch derzeit gewinnt der Faschismus wieder an Zustimmung, und viele Männer fragen sich, wie sie ‚männlich‘ sein können und ihre Frauen zurück an den Herd bringen. Ob sie dazugehören wollen, müssen sie selbst entscheiden. Diese Fragen müssen sich die Männer stellen und dann selbst aktiv werden. Wir Frauen müssen das nicht für sie erledigen.“
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