Palantir unter Beschuss: Kritik an technokratischer Überwachung und Einflussnahme auf die Demokratie


Palantir veröffentlicht umstrittenes Manifest und gerät weiter in die Kritik

Am Samstag hat Palantir auf Social Media ein Manifest veröffentlicht, das in 22 Thesen eine technokratische Überwachungsdoktrin propagiert und demokratische Prinzipien zugunsten einer von KI-Waffen und Technologiekonzernen dominierten Weltordnung zurückstellt. Das Dokument enthält rassistische Elemente und weist faschistische Tendenzen auf.

Kritik an Palantir und Investor Peter Thiel

Der US-Konzern steht unter anderem wegen seines Investors Peter Thiel in der Kritik, der als Unterstützer von Donald Trump und Gegner demokratischer Werte gilt. Aktuell sorgt Thiel erneut für Schlagzeilen, da er das Start-up Objection finanziert, das mittels Künstlicher Intelligenz kritischen Journalismus kontrollieren will. Gegen Bezahlung soll die „Glaubwürdigkeit“ von Artikeln algorithmisch bewertet werden – ein System, das Gerichte entwertet und eine privatwirtschaftliche, technologische Form der „Wahrheitsfindung“ etablieren könnte.

Palantir-Software im Einsatz bei deutschen Polizeibehörden

  • Bereits drei Landespolizeibehörden in Deutschland verwenden Software von Palantir.
  • Das Innenministerium Baden-Württemberg, unter CDU-Führung, plant, Palantir als vierten Kunden zu gewinnen.
  • Die Grünen, die an der Landesregierung beteiligt sind, versuchen dies zu verhindern.
  • Eine Urabstimmung gegen den Einsatz der Palantir-Datenanalyse wurde von fünf Prozent der Grünen-Mitglieder initiiert.

Der mögliche Einstieg Baden-Württembergs würde die Abhängigkeit deutscher Strafverfolgungsbehörden von Palantir weiter verstärken. Die grüne Initiative wird daher als bedeutender Schritt gewertet, um die Ausbreitung eines als „Techno-Faschismus“ bezeichneten Einflusses in Deutschland einzudämmen. Auch wenn als Alternative eine europäische Lösung diskutiert wird, steht diese ebenfalls in der Kritik, da sie ebenfalls fragwürdige Analysen von Personen in Polizeidatenbanken erstellt.

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