Preisanstieg bei Bahntickets während der Ferien und Forderung nach mehr Transparenz

Verbraucherschutz kritisiert steigende Zugticketpreise zu Ferienzeiten

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Deutsche Bahn für die erhöhten Preise von Zugtickets während der Ferienzeit kritisiert und fordert eine transparentere Preisgestaltung. Ramona Pop, Vorständin des vzbv, betonte gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ), dass Reisende die Kosten ihrer Bahnfahrten verlässlich einschätzen können müssten. Insbesondere zu Beginn der Ferien seien viele Verbraucher auf die Bahn angewiesen, doch die Untersuchung des vzbv zeige regelmäßig steigende Preise in diesen Zeiträumen.

Preisanalyse zeigt deutliche Steigerungen

Eine Auswertung des vzbv ergab, dass in 62 Prozent der untersuchten Strecken-Ferienzeit-Kombinationen die Ticketpreise am ersten Feriensamstag höher lagen als am Samstag der Vorwoche. Besonders bei Sparangeboten seien die Preisunterschiede erheblich. Pop wies darauf hin, dass es für Reisende schwer nachvollziehbar sei, wenn dieselbe Fahrt eine Woche zuvor deutlich günstiger gewesen sei. Im Durchschnitt lagen die Preise für den „Super-Sparpreis“ zu Ferienbeginn in der Hälfte der Fälle mindestens 21 Prozent über dem Niveau der Vorwoche.

Weihnachtsferien mit besonders starken Preisaufschlägen

Die größten Preissteigerungen wurden in den Weihnachtsferien 2024 festgestellt. Hier lagen die Super-Sparpreise am ersten Feriensamstag in der Hälfte der Fälle mindestens 156 Prozent über denen der Vorwoche. Ein Einzelfall zeigte eine Preissteigerung von 456 Prozent: Auf der Strecke Berlin-München stieg der Super-Sparpreis zu Beginn der Berliner Winterferien 2025 von 17,99 Euro auf 99,99 Euro.

Stellungnahme der Deutschen Bahn

Auf Nachfrage der NOZ wies eine Sprecherin der Deutschen Bahn den Vorwurf der Intransparenz zurück. Sie erklärte, dass Kunden durch Eingabe ihres Alters und möglicher Ermäßigungen wie BahnCard oder Deutschland-Ticket stets das günstigste passende Angebot angezeigt bekämen. Die Preisgestaltung richte sich vor allem nach der Nachfrage, um eine optimale Auslastung der Züge zu gewährleisten. Ähnlich wie bei Fluggesellschaften oder Hotels seien die preiswertesten Tickets rund um Ferienzeiten schnell vergriffen.

Methodik der Untersuchung

  • Erhebungszeitraum: Juni 2024 bis April 2026
  • Erfasste Verbindungen: Täglich günstigste Direktverbindungen zwischen Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main
  • Vergleich: Medianpreise am ersten Feriensamstag gegenüber dem Samstag der Vorwoche
  • Berücksichtigte Verbindungen: Tagsüber verkehrende Züge der zweiten Klasse mit einer Vorbuchungsfrist von drei Wochen
  • Anzahl der Abfragen: 2.479

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