Rentenunterschiede in Nordrhein-Westfalen variieren stark nach Wohnort
In Nordrhein-Westfalen zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Rentenhöhe, abhängig von der jeweiligen Wohnregion. Männer erhalten in Münster durchschnittlich 1.185 Euro monatlich, während im Rhein-Erft-Kreis die durchschnittliche Rente bei 1.591 Euro liegt – ein jährlicher Unterschied von rund 5.000 Euro. Bei Frauen ist die Diskrepanz zwischen Gelsenkirchen (818 Euro) und Mettmann (1.030 Euro) mit etwa 2.400 Euro pro Jahr ebenfalls erheblich.
Ergebnisse des Rentenreports NRW
Diese Daten stammen aus dem Rentenreport-NRW des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der exklusiv von der Neuen Westfälischen veröffentlicht wurde. Anke Unger, stellvertretende Landesvorsitzende des DGB und Autorin des Berichts, betont: „Die Rentenhöhe ist maßgeblich vom Wohnort abhängig. Diese Differenzen wirken sich im Alltag vieler Rentnerinnen und Rentner erheblich aus.“
Kritik an Vorschlägen der Rentenkommission
Der DGB in NRW äußert sich kritisch zu einigen Empfehlungen der Rentenreformkommission. Anstatt auf einen neuen Kapitalstock für private Vorsorge zu setzen, sollte die Betriebsrente gestärkt werden, fordert Unger. Arbeitgeber sollten verpflichtet werden, in die Betriebsrente für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte einzuzahlen, um das Rentenniveau zu stabilisieren und langfristig anzuheben. „Die vorgeschlagenen Modelle, die auf Kapitalanlagen an der Börse setzen, sehen wir als riskant an“, so Unger.
Ablehnung der Anhebung des Renteneintrittsalters
Der DGB lehnt zudem die geplante schrittweise Verlängerung der Lebensarbeitszeit ab. Die Kopplung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung, wie von der Rentenkommission vorgeschlagen, würde nach Ansicht des DGB in vielen Fällen einer Rentenkürzung gleichkommen und ist daher nicht akzeptabel.
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