Uschi Glas über Ausgrenzung im Jungen Deutschen Film
Die Schauspielerin Uschi Glas (82) äußert sich kritisch zu ihrer Rolle im Jungen Deutschen Film der 1960er und 1970er Jahre, insbesondere im Zusammenhang mit Regisseuren wie Fassbinder, Wenders und Herzog. Trotz ihres Erfolgs mit dem Film Zur Sache, Schätzchen, der als Publikumshit der 68er-Bewegung gilt, wurde sie nach eigenen Angaben bewusst ausgeschlossen.
Politische Haltung als Grund für Ausgrenzung
Glas erklärt gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass ihr Ausschluss auf ihre politische Einstellung zurückzuführen sei. Sie habe sich nicht instrumentalisieren lassen wollen, weder von linken Gruppen noch anderen Seiten. „Der Junge Deutsche Film war komplett links“, so Glas. Sie habe klar gemacht, dass sie weder ein Arafat-Tuch tragen noch Kommunismus oder die DDR bejubeln wolle. Dies habe zu ihrer Ausgrenzung geführt, die ihr auch offen kommuniziert wurde.
Druck und Konsequenzen für die Karriere
Die Schauspielerin beschreibt den damaligen Druck als eine Form der Nötigung: „Ich hätte meine Seele nicht verkaufen können. Ich fühlte mich wirklich erpresst.“ Obwohl sie nicht mehr für Arthouse-Filme engagiert wurde, akzeptierte sie diese Entwicklung. Sie hatte zunächst gehofft, dass die Regisseure sie trotz allem berücksichtigen würden, zumal sie gerade mit ihrem Film einen großen Erfolg erzielt hatte.
Fokus auf kommerzielle Produktionen
Nach der Ausgrenzung wandte sich Glas verstärkt kommerziellen Unterhaltungsfilmen zu. Sie betont, dass sie stets bestrebt war, gute Filme zu machen und interessante Rollen zu übernehmen, ohne ihren Beruf als Mittel zur Selbstverwirklichung zu sehen. „Das war auch mein Einkommen“, erklärt sie. In den Jahren danach spielte sie hauptsächlich in Komödien und sogenannten Paukerfilmen, die zwar oft spöttisch als „Opas Kino“ bezeichnet wurden, jedoch beim Publikum großen Anklang fanden.
Parallelen zur heutigen Debatte
Die aktuelle Diskussion darüber, ob man seine Meinung noch frei äußern könne, erinnert Glas stark an die damalige Zeit. „Was im Moment politisch los ist, ist mir überhaupt nicht fremd. Vieles davon erinnert mich an die 68er“, sagt sie.
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