Änderungswünsche zum Lehrplan für das neue Schulfach Christliche Religion in Niedersachsen


Osnabrück (ots)

Im Zuge der öffentlichen Diskussion um das neue Schulfach Christliche Religion in Niedersachsen sind beim Kultusministerium etwa 135 Änderungsanträge zu den bislang vorliegenden Lehrplanentwürfen eingegangen. Dies berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (noz) unter Berufung auf Angaben des Ministeriums. Bis zum Ende der Anhörungsfrist am 31. März wurden rund 30 Stellungnahmen von Lehrerverbänden, Vereinen, Institutionen sowie Privatpersonen eingereicht. Das Kultusministerium bewertete die Anzahl als vergleichbar mit anderen Anhörungsverfahren zu Kerncurricula.

Gemeinsame Verantwortung von evangelischer und katholischer Kirche

Das neue Schulfach Christliche Religion, das ab diesem Sommer eingeführt wird, stellt eine deutschlandweite Neuerung dar. Erstmals tragen die evangelische und die katholische Kirche gemeinsam die Verantwortung für den Unterricht. Ende Februar veröffentlichte die Landesregierung Entwürfe der Lehrpläne für die Grundschule sowie den Sekundarbereich I und bat Fachleute um Stellungnahmen. Kritische Stimmen, wie der Verband der katholischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer an Gymnasien im Bistum Hildesheim (VKRGH), bemängelten unter anderem, dass Jesus Christus in den Texten zu selten erwähnt werde.

Vielfältige Änderungswünsche spiegeln hohe fachliche Ansprüche wider

Das Kultusministerium erklärte gegenüber der noz, dass die eingegangenen Stellungnahmen die „hohen fachlichen Erwartungen“ an das Fach verdeutlichten. Die Änderungswünsche umfassen ein breites Spektrum, darunter formale Hinweise zu Formatierung, Orthographie, Grammatik, Fachbegriffen und Bibelstellen sowie theologische Anmerkungen zu Systematik, Dogmatik und vergleichender Religionswissenschaft. Zudem wurden religionskundliche Aspekte, etwa zu Glaubensinhalten anderer Religionen, sowie Vorschläge zur Ausrichtung des Faches hinsichtlich einer Öffnung für weitere Religionen eingebracht.

Diskussion um die Rolle Jesu Christi im Lehrplan

Sieben der etwa 30 Stellungnahmen bezogen sich explizit auf die Gewichtung der Figur Jesu Christi. Dabei wurden sowohl ausdrücklich als auch implizit Fragen zur christologischen Profilierung thematisiert. Das Ministerium betonte, dass die Anzahl der Nennungen Jesu Christi in den Texten nicht beanstandet wurde. Dennoch sollen die Hinweise in diesem Zusammenhang im weiteren Verfahren sorgfältig geprüft werden.

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