Alison Bechdel und die Auswirkungen ihres Sexismus-Tests im Film

Alison Bechdel über die Wirkung ihres Tests zur Geschlechterdarstellung im Film

Osnabrück (ots)

Alison Bechdel, die Comiczeichnerin und Erfinderin des sogenannten „Bechdel-Tests“, zeigt sich überrascht von der Resonanz, die ihre Methode zur Bewertung von Sexismus in Filmen erfahren hat. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) erklärte sie, dass die Diskussion um den Test Anfang der 2000er Jahre im Internet begann und vor allem von jungen, feministischen Filmstudentinnen aufgegriffen wurde.

Ursprung und Kriterien des Bechdel-Tests

Der Bechdel-Test basiert auf einem humorvollen Comic und dient als einfache Messlatte für die Darstellung von Frauen in Filmen. Ein Film gilt demnach als nicht sexistisch, wenn er folgende Bedingungen erfüllt:

  • Mindestens zwei weibliche Charaktere treten auf,
  • diese Frauen miteinander sprechen,
  • und das Gespräch nicht über einen Mann geführt wird.

Bechdels persönliche Sicht auf den Test

Bechdel selbst verfolgt die Debatte um ihren Test nur am Rande, da sie sich mit anderen Projekten beschäftigt und Filme nicht im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen. Dennoch werde sie häufig gefragt, welche Filme den Test bestehen. „Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht“, so Bechdel.

Beispiel eines Films, der den Test nicht besteht

Auf die Frage nach einem Lieblingsfilm, der den Bechdel-Test nicht besteht, nannte sie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray. Sie kritisierte die weibliche Hauptfigur, gespielt von Andie MacDowell, als eindimensional und ohne Tiefe. Dennoch schätze sie den Film wegen der Entwicklung von Murrays Charakter, der sich in einer Zeitschleife befindet und ein spirituelles Erwachen erlebt, das ihn dazu bringt, anderen zu helfen.

Kritik an der Entfernung ihrer Bücher aus Schulbibliotheken

Bechdel äußerte sich auch besorgt über das Verbot ihrer Werke in einigen US-amerikanischen Schulbibliotheken. Sie bezeichnete die Verbote als dreist und unsinnig. In Missouri habe ein Mann in einer Schulratssitzung gefordert, ihr Buch „Fun Home“ zu entfernen, nachdem er eine einzelne Sexszene, in der sie als Studentin mit ihrer Freundin schläft, herausgegriffen und übertrieben dargestellt hatte. Monate später wurde derselbe Mann wegen Kindesmissbrauchs verhaftet. Bechdel sieht darin ein Symbol dafür, dass die eigentlichen Probleme bei denjenigen liegen, die solche Bücher verbieten, und nicht bei den Autoren, die offen über Sexualität schreiben.

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