Apothekenreform: Herausforderungen bei der Versorgung im ländlichen Raum bleiben bestehen
Die Bundesregierung hat mit dem Gesetz zur Apothekenreform zwar zahlreiche Forderungen der Branche erfüllt und neue Aufgaben übertragen. Dennoch bleibt das grundlegende Problem der flächendeckenden und verlässlichen Arzneimittelversorgung, insbesondere in ländlichen Regionen, ungelöst. Die Erweiterung des Leistungsangebots soll offenbar automatisch zu einer wirtschaftlichen Stärkung führen und dadurch Neuansiedlungen oder Übernahmen von Apotheken in dünn besiedelten Gebieten attraktiver machen.
Es ist jedoch fraglich, ob diese Erwartung eintreten wird. Stattdessen dürften vor allem die Kosten steigen, die die gesetzlichen Krankenkassen gemäß dem neuen Leistungskatalog tragen müssen. Zudem wächst der Unmut bei Ärzten, die Teile ihrer Verantwortung an weniger qualifizierte Stellen abgeben und gleichzeitig Einnahmequellen verlieren. Ob alle Apotheken die neuen Leistungen tatsächlich anbieten können oder wollen, bleibt ebenfalls offen.
Notwendigkeit größerer Konzepte für die Gesundheitsversorgung
Um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, ist eine weitergehende Planung erforderlich. Apotheken sind in der Regel wirtschaftlich erfolgreicher, wenn sie sich in der Nähe von Arztpraxen oder in Einkaufszentren befinden. Es bedarf daher mehr Engagement und Ressourcen, insbesondere seitens der Kommunen, um die ambulante Gesundheitsversorgung zu zentralisieren. Dies gilt vor allem für Regionen, in denen die medizinische Infrastruktur bereits geschwächt ist und Haus- sowie Fachärzte abwandern.
Viele Kleinstädte und Gemeinden verfügen nicht über die notwendigen Mittel, um hier nachhaltig zu intervenieren. Die weiterhin strikte Trennung der Gesundheitssektoren erschwert zudem die Förderung von Gesundheitszentren und hemmt somit mögliche Lösungsansätze.
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