Peter Bofinger kritisiert österreichisches Modell der Schwerarbeitspension für Deutschland
Der Ökonom Peter Bofinger äußert sich ablehnend gegenüber dem Vorschlag des SPD-Parlamentarischen Geschäftsführers Dirk Wiese, die Schwerarbeitspension nach dem österreichischen Vorbild in Deutschland einzuführen. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) betont Bofinger, dass dieses Modell zu umfangreichen Rechtsstreitigkeiten und erheblichen Abgrenzungsproblemen führen würde, da unklar sei, welche Beschäftigten als Schwerarbeiter gelten.
Bürokratische Herausforderungen und Kritik an Bewertungsmethoden
Nach Ansicht des Rentenkommissionsmitglieds ist das Verfahren aufgrund seines bürokratischen Aufwands kaum praktikabel. Besonders kritisch bewertet Bofinger die in Österreich übliche Methode, die körperliche Belastung anhand des Kalorienverbrauchs zu messen. Diese Herangehensweise lasse psychische Belastungen sowie Gelenkverschleiß unberücksichtigt.
Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Beitragsjahre
Bofinger weist darauf hin, dass Personen mit schwerer körperlicher Arbeit selten die Voraussetzung von 45 Beitragsjahren erreichen und häufig bereits früher in Rente gehen. „Diejenigen, die mit 45 Beitragsjahren in Rente treten, sind überwiegend Beschäftigte ohne harte körperliche Tätigkeiten“, so der Experte gegenüber der noz.
Vorschlag für gezielte Härtefallregelungen
Um Betroffenen dennoch einen vorzeitigen Renteneintritt zu ermöglichen, ohne sie zu einer beruflichen Umschulung zu zwingen, empfiehlt die Rentenkommission spezielle Härtefallregelungen. Bofinger erklärt: „Wenn Menschen in ihrer jeweiligen Berufsgruppe aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr arbeiten können, sollte ihnen ein vorzeitiger Rentenbezug ermöglicht werden.“
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