Israels Botschafter fordert klare Abgrenzung gegen Antisemitismus nach Berliner Wahl
Osnabrück. Ron Prosor, der israelische Botschafter in Deutschland, hat im Zusammenhang mit der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eine deutliche Abgrenzung gegen Judenhass gefordert. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) kritisierte er insbesondere die Partei Die Linke, die als Wahlsiegerin hervorging, wegen ausgeprägtem Antisemitismus.
Vorwürfe gegen Die Linke
Prosor erklärte, dass Antisemitismus tief in der Partei verankert sei und im vergangenen Jahr verstärkt sichtbar wurde. Er verwies auf Vorfälle im Jugendverband der Linken, israelfeindliche Aufrufe zu Demonstrationen sowie die Teilnahme eines Aktivisten der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) an einer Wahlveranstaltung. Diese Ereignisse bezeichnete er nicht als Einzelfälle, sondern als systematisches Muster.
Kritik an Haltung gegenüber Schutz jüdischer Räume und Antisemitismus-Definition
Der Botschafter bemängelte zudem, dass die Partei einerseits den Schutz jüdischer Einrichtungen beanspruche, andererseits jedoch der Polizei Mittel entziehen wolle und die von der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) entwickelte Definition von Antisemitismus ablehne. Diese Definition gilt als internationaler Standard zur Erkennung und Bekämpfung von Judenhass.
Appell an alle Parteien
Prosor forderte alle politischen Kräfte auf, eine klare „Brandmauer“ gegen Antisemitismus zu errichten und dies nicht nur durch Worte, sondern durch konkrete Maßnahmen zu untermauern. „Man kann Hass nicht bekämpfen, während man ihm eine Plattform bietet“, betonte er.
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