Europa verschärft Asylpolitik und beschränkt Rechte von Geflüchteten
Mit dem Inkrafttreten des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (Geas) am vergangenen Freitag hat Europa seine Asylpolitik deutlich restriktiver gestaltet und die Rechte von Geflüchteten eingeschränkt. Trotz berechtigter Kritik an diesem Schritt ist jedoch anzuerkennen, dass dem Geas die Idee einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit in der Flüchtlingspolitik zugrunde liegt.
Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Lösung
Migration stellt ein globales Phänomen dar, das langfristig nicht von einzelnen Staaten allein bewältigt werden kann. Nur eine koordinierte Vorgehensweise auf europäischer Ebene kann diesem komplexen Thema gerecht werden. Diese Erkenntnis führte 1999 dazu, dass die Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel in Tampere das Ziel einer gemeinsamen Asyl- und Einwanderungspolitik formulierten.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
Mittlerweile lässt sich von einem vereinten Europa in der Flüchtlingspolitik kaum noch sprechen. Der Regierungswechsel in Ungarn, bei dem der rechtsnationale Viktor Orbán durch den liberalen Europafreund Péter Magyar abgelöst wurde, hat an der ablehnenden Haltung Ungarns gegenüber einer gemeinsamen Asylpolitik nichts geändert. Es ist zu erwarten, dass weitere Mitgliedstaaten diesem Beispiel folgen könnten.
Die Europäische Union befindet sich 27 Jahre nach dem Gipfel von Tampere weiterhin weit entfernt von einer Politik, die effiziente Verfahren mit dem Schutz der Menschenrechte verbindet. Gerade in einer Zeit, in der weltweit so viele Menschen wie nie zuvor ihre Heimat verlassen müssen, ist eine solche Politik dringend erforderlich.
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