Folgen des Mauerbaus und die Scheinheiligkeit der deutschen Erinnerungskultur

Folgen des Mauerbaus und historische Einordnung der DDR

Der Bau der Berliner Mauer ab dem 13. August 1961 führte zu tiefgreifenden Traumata, insbesondere für Familien, die durch die Teilung getrennt wurden. Unzählige Menschen, die versuchten, die DDR zu verlassen, verloren dabei ihr Leben. Für einen Staat, der sich als menschenfreundlich verstand, war der Schusswaffengebrauch unter allen Umständen inakzeptabel.

Historischer Kontext und politische Interessen

Die heutige Kritik am Unrechtsstaat DDR wird häufig ohne Berücksichtigung des historischen Umfelds vorgetragen. So wird etwa das Interesse von Bundeskanzler Adenauer und der Westalliierten an der deutschen Teilung oft ausgeblendet. Zudem darf nicht übersehen werden, dass das Entstehen von Alternativen zum Kapitalismus von diesen Mächten mit psychologischen, wirtschaftlichen und militärischen Mitteln bekämpft wurde, um deren Erfolg zu verhindern. Diese Umstände relativieren keine Fehler oder Verbrechen, erklären jedoch die komplexen Herausforderungen, denen sich die DDR gegenübersah. Insbesondere die gezielte Abwerbung von auf Staatskosten ausgebildeten Fachkräften, die in großer Zahl die DDR verließen, stellte die Führung vor erhebliche Probleme.

Aktuelle Bewertungen und Kritik an der Bundesrepublik

Die wiederkehrenden Vorwürfe gegen die DDR als „zweite deutsche Diktatur“ durch Vertreter der heutigen Bundesrepublik erscheinen angesichts der zahlreichen Opfer des deutschen Kapitalismus als wenig glaubwürdig. Allein das europäische Grenzregime, an dessen Gestaltung deutsche Politiker maßgeblich beteiligt waren, forderte in den vergangenen zehn Jahren mindestens 30.000 Menschenleben. Hinzu kommen zahlreiche Opfer durch deutsche Waffenexporte. Zudem sind Millionen Menschen in Deutschland von staatlicher Willkür und sozialer Ungerechtigkeit betroffen.

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