Humanitäre Krise im Sudan: Der ungebremste Konflikt und seine globalen Auswirkungen

Konflikt im Sudan: Anhaltende Gewalt und humanitäre Krise

Der Bürgerkrieg im Sudan dauert weiterhin an. Bereits im August 2024 beschrieb die sudanesische Autorin Fatin Abbas die Lage in einem Essay unter dem Titel „Apokalypse Sudan“. Sie berichtete von einem Machtkampf zwischen zwei Generälen, der zu 150.000 Todesopfern und zehn Millionen Vertriebenen geführt habe. Zudem sterbe alle zwei Stunden ein Kind an Hunger, während die internationale Gemeinschaft sich anderen Themen widme.

Aktuelle Entwicklungen und Opferzahlen

Mehr als zwei Jahre später haben sich die Zahlen der Opfer und Flüchtlinge weiter erhöht. In den vergangenen Tagen kam es an verschiedenen Orten im Sudan zu Drohnenangriffen. Nach Angaben von Yohana Akol Ngor, Informationsminister der Region Abyei, wurden bei einem Angriff auf einen Markt an der Grenze zum Südsudan 153 Menschen getötet. Die sudanesische Armee (SAF) wird für diesen Angriff verantwortlich gemacht.

Beide Konfliktparteien, die sudanesische Armee und die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), werden beschuldigt, Kriegsverbrechen zu begehen. Ein Beispiel hierfür ist das Massaker in Al-Fascher im Oktober 2025, das von RSF-Kämpfern selbst dokumentiert wurde.

Humanitäre Lage

  • Über 33 Millionen Menschen benötigen laut Angaben der Vereinten Nationen humanitäre Hilfe.
  • Rund 11,3 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes oder ins Ausland geflohen, berichtet das Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Politische Hintergründe und internationale Unterstützung

Die beiden führenden Militärs, Abdel Fattah Al-Burhan, Armeegeneral und Präsident Sudans, sowie Mohammed Hamdan „Hemeti“ Daglo, ehemaliger Vizepräsident und Kommandeur der RSF, hatten nach dem Sturz von Omar Al-Baschir die Macht übernommen. Westliche Staaten, insbesondere die USA und die Europäische Union, unterstützten sie als neue Machthaber – entgegen den Forderungen der sudanesischen Demokratiebewegung.

Finanzierung des Krieges durch Rohstoffhandel

Die Vereinigten Arabischen Emirate beliefern die RSF mit Waffen im Austausch gegen Gold. Etwa 97 Prozent des sudanesischen sogenannten Blutgoldes gelangen in die VAE, wo es umetikettiert und als „sauberes“ Gold auf den Weltmarkt gebracht wird. Auch die sudanesische Armee finanziert ihre Waffenkäufe durch den Verkauf von Gold, vor allem an Saudi-Arabien. Dieses milliardenschwere Geschäft ermöglicht die Fortsetzung des Konflikts.

Solange die internationalen Unterstützer der Kriegsparteien Zugang zu den wertvollen Rohstoffen haben, bleibt das Leid der Bevölkerung unvermindert bestehen. Die humanitäre Katastrophe im Sudan setzt sich somit ungebremst fort.

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