Kapazitätsengpass im deutschen Strafvollzug durch steigende Gefangenenzahlen

Deutsche Gefängnisse verzeichnen niedrigste Kapazitäten seit sieben Jahren

Die Kapazitäten im deutschen Strafvollzug befinden sich angesichts steigender Gefangenenzahlen auf einem historischen Tiefstand. Eine exklusive Analyse der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) zeigt, dass die Anzahl der verfügbaren Haftplätze in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist.

Rückgang der Haftplätze seit 2019

Seit 2019 wurden bundesweit 1.755 Haftplätze abgebaut, sodass derzeit nur noch 70.027 Plätze in deutschen Gefängnissen vorhanden sind. Dies geht aus Daten der Landesjustizministerien hervor, auf die sich die noz beruft. Parallel dazu steigt die Zahl der Inhaftierten wieder an: Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Belegung bei über 60.000 Gefangenen.

Regionale Unterschiede bei Kapazitätsverlusten

  • Berlin verzeichnet mit einem Rückgang von fast zehn Prozent den stärksten Verlust an Haftplätzen unter den Bundesländern.
  • Die Berliner Justizverwaltung betont, dass dieser Rückgang nicht auf eine politische Entscheidung zur Reduzierung der Haftplätze zurückzuführen sei, sondern auf notwendige Baumaßnahmen in den Justizvollzugsanstalten.
  • Auch Bayern und Hessen haben in den letzten Jahren signifikante Kapazitätsverluste im Strafvollzug zu verzeichnen.

Kontakt für Rückfragen

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 (0)541 / 310 207