Berlin (ots)
Die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels in diesem Jahr führen auch in Deutschland zu einer schmerzhaften Erkenntnis. Obwohl häufig von Waldbränden die Rede ist, handelt es sich in Wahrheit um Vegetationsbrände, deren Ausmaß sowohl in Quantität als auch in Intensität deutlich größer ist.
Beispiele hierfür sind die Brände in Frankreich und Spanien während des Sommers sowie aktuell im Hohen Venn an der Grenze zwischen Belgien und Deutschland. In diesen entwässerten Moorgebieten dringen die Feuer tief in den Boden ein, breiten sich über große Flächen aus und sind für Einsatzkräfte kaum zu löschen, selbst wenn sie zeitweise aufflammen. Die Dimension solcher Torfbrände wurde bereits 2019 in Indonesien deutlich, als Millionen Hektar über Monate hinweg brannten, enorme wirtschaftliche Schäden verursachten und Hunderttausende Menschen durch gefährlichen Smog belastet wurden.
In Deutschland wird nun erstmals intensiver über die Prävention von Waldbränden diskutiert, wobei Experten in vielen Punkten unterschiedliche Ansichten vertreten. Diese Debatte kommt spät, und hinsichtlich der Brände in entwässerten Moorlandschaften steht sie noch am Anfang. Eindeutig ist jedoch, dass sich das Brandrisiko deutlich verringern ließe, wenn Moore durch Wiedervernässung in ihren natürlichen Zustand zurückgeführt würden. Als Wasserspeicher könnten sie zudem Dürreperioden und Niedrigwasser entgegenwirken.
Wirtschaftliche Interessen, wie der Torfabbau oder die Nutzung der Flächen als Weideland, erschweren jedoch solche Maßnahmen. Dabei ist die EU-Verordnung zur Wiederherstellung natürlicher Lebensräume seit fast genau zwei Jahren in Kraft. Politisch hat sich in Deutschland bislang kaum etwas bewegt, die Umsetzung verzögert sich.
Die aktuelle Diskussion um die Brände konzentriert sich vor allem auf technische Verbesserungen und infrastrukturelle Anpassungen. Diese Maßnahmen sind im Notfall wichtig, doch am wirkungsvollsten wäre es, das Risiko von Bränden bereits im Vorfeld zu minimieren. Diese Lehre aus den verheerenden Folgen des Klimawandels wurde bislang nicht gezogen.
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