Militärparade in Paris anlässlich des Treffens der Unterstützerstaaten der Ukraine
Am Montagabend werden rund zwei Dutzend Staaten bei einem Treffen weitere Militärhilfen für die Ukraine beschließen. Im Anschluss ist in Paris eine Parade der französischen Streitkräfte geplant, die in ihrem Ausmaß bisher beispiellos sein soll. Insgesamt sollen 6.800 Soldaten teilnehmen, begleitet von einem um 30 Prozent erweiterten Aufgebot an Kampfjets, Panzern, Raketenwerfern und weiteren militärischen Geräten. Zu den Gästen des Gipfels der sogenannten „Koalition der Willigen“ zählen unter anderem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie Bundeskanzler Christian Merz.
Rückkehr zu großangelegten Militärdemonstrationen in Europa
Vor dem Jahr 2022 wäre eine derart kostspielige und martialische Machtdemonstration in Europa kaum vorstellbar gewesen. Die westliche Presse hatte militärische Paraden in Moskau häufig mit einer Mischung aus Faszination und spöttischer Distanz betrachtet, da sie diese als Relikte einer weniger zivilisierten Zeit einstuften. Mit der geplanten Parade in Paris kehrt nun auch der Westen zu einer solchen Form der Machtdemonstration zurück. Dieses Ereignis steht exemplarisch für eine rückwärtsgewandte Entwicklung, die maßgeblich von den Interessen der Rüstungsindustrie vorangetrieben wird. Diplomatische Bemühungen spielen im außen- und sicherheitspolitischen Diskurs der westlichen Staaten kaum noch eine Rolle.
Fokus auf Aufrüstung und moderne Waffentechnologie
Der Schwerpunkt liegt zunehmend auf der Bereitstellung von Munition für Patriot-Raketenabwehrsysteme sowie auf der Lieferung von zehntausenden Drohnen. Diese gelten als modern, präzise, tödlich und vergleichsweise kostengünstig. Die Erfahrungen aus den Kampfhandlungen im Osten Europas dienen als Grundlage für deren Weiterentwicklung. Unter den Staats- und Regierungschefs, die sich im Élysée-Palast versammelten, scheint niemand den Abnutzungskrieg beenden zu wollen, der bereits zehntausenden Soldaten auf beiden Seiten das Leben gekostet hat.
Notwendigkeit von Verhandlungen trotz andauernder Kriegsführung
Auch wenn Präsident Wladimir Putin im Kreml offenbar kein Interesse an einem Ende des Konflikts zeigt, da der Krieg seine Machtposition sichert, wäre es angesichts der militärischen Überlegenheit des Westens sinnvoll, Verhandlungen einzuleiten. Ziel müsste es sein, das Leid der Soldaten in den Schützengräben zu beenden. Der andauernde Krieg hat vermutlich bereits Hunderttausende Tote gefordert und viele weitere Menschen dauerhaft verletzt. Zahlreiche Soldaten haben Gliedmaßen, das Augenlicht oder das Gesicht verloren – mehr als ein Jahrhundert nach dem Ersten Weltkrieg, dessen Schrecken die Menschheit eigentlich hinter sich lassen wollte.
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