Rücktritt der Kultursenatorin nach Fördermittelskandal
Berlin (ots) – Der Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) war nach dem Prüfbericht zum Fördermittelskandal im Bereich der Antisemitismus-Projekte unvermeidlich. Bereits zuvor hätte sie die Dringlichkeit der Situation erkennen müssen. Die Einschätzung des Landesrechnungshofs, wonach die Kulturverwaltung offenbar „rechtswidrig“ gehandelt hat, war hierfür nicht einmal zwingend erforderlich, da die Missstände offensichtlich waren.
Systemische Probleme bleiben bestehen
Mit dem Rücktritt der Senatorin ist das Problem jedoch nicht gelöst. Sie trägt nicht die alleinige Verantwortung dafür, dass Fördergelder in unverantwortlicher Weise vergeben wurden. Die Gesamtsituation ist zu gravierend, um derart nachlässig zu agieren – unabhängig von den zugrundeliegenden Beweggründen.
Chancen für gemeinnützige Organisationen
In Berlin existieren zahlreiche gemeinnützige Organisationen, die mit angemessener finanzieller Unterstützung wertvolle Projekte gegen Antisemitismus umsetzen könnten. Es muss gewährleistet sein, dass diese Initiativen faire Förderchancen erhalten und nicht den Eindruck gewinnen, dass Fördermittel nur über persönliche Kontakte zugänglich sind.
Folgen für die Bekämpfung von Antisemitismus
Es ist bedauerlich, dass durch den Skandal nun Projekte, die der dringend notwendigen Bekämpfung von Antisemitismus dienen, pauschal und leichtfertig in Verdacht geraten, Fördergelder unrechtmäßig erhalten zu haben. Die CDU sollte die begangenen Fehler offen anerkennen, um glaubwürdig zu zeigen, dass ihr an einem angstfreien Leben für Jüdinnen und Juden in Berlin und Deutschland gelegen ist. Derzeit ist dies leider nicht gewährleistet.
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