Russische Touristen in der EU: Eine moralische Debatte über Urlaub und Krieg

Krieg in der Ukraine und Tourismus aus Russland: Kontroverse um Visapolitik in der EU

In der Ukraine werden weiterhin Wohngebäude, Energieanlagen und Verkehrswege zerstört. Der anhaltende Krieg fordert täglich zahlreiche Todesopfer, obwohl Moskau den Konflikt jederzeit beenden könnte. Dennoch bleibt die Mehrheit der russischen Bevölkerung im Alltag weitgehend von den Auswirkungen des Krieges unberührt. Seit vier Jahren gelingt es der russischen Führung unter Präsident Putin, den Angriffskrieg als notwendige „Militäroperation“ darzustellen und kritische Stimmen zu unterdrücken.

Diese Umstände sind wesentlich, wenn über die steigende Zahl russischer Touristen in der Europäischen Union diskutiert wird. Die meisten Reisenden erhalten problemlos Touristenvisa, und die Einreisen haben sich auf etwa 630.000 erhöht, vorwiegend zu Urlaubszwecken. Elf EU-Mitgliedstaaten fordern daher von der EU-Kommission, die Vergabe von Visa an russische Staatsbürger einzuschränken, um ein Zeichen gegen den Krieg zu setzen. Besonders Frankreich und Spanien, die als Hauptreiseziele gelten, lehnen solche Maßnahmen jedoch ab. Die EU-Kommission reagiert bislang zurückhaltend, während Deutschland sich zu dem Thema nicht öffentlich äußert.

Diese Haltung wird von Kritikern als unangemessen empfunden und fordert eine Neubewertung der Visapolitik gegenüber russischen Staatsbürgern im Kontext des anhaltenden Krieges.

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