Evangelischer Militärbischof fordert Ausbau der Militärseelsorge bei wachsender Bundeswehr
Köln (ots)
Der Evangelische Militärbischof der Bundeswehr, Bernhard Felmberg, hat sich für eine Erweiterung der Militärseelsorge angesichts der geplanten Vergrößerung der Bundeswehr ausgesprochen. Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ betonte Felmberg, dass die Seelsorge mit der Truppenerhöhung Schritt halten müsse, um die hohe Zufriedenheit innerhalb der Streitkräfte zu bewahren.
Geplante Personalaufstockung
Die Bundeswehr plant, ihre Stärke von derzeit 184.000 auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten zu erhöhen. Felmberg sieht vor, die Zahl der Pfarrstellen entsprechend auf 42 auszuweiten. Aktuell sind etwa 100 evangelische Militärgeistliche in Deutschland im Dienst, hinzu kommen vier im Ausland sowie zwei weitere für die im Aufbau befindliche Litauen-Brigade. Die Bezahlung der Militärpfarrer erfolgt durch den Staat.
Finanzierung und Besetzung der Stellen
Nach Ansicht des Bischofs wird die Ausweitung der Militärseelsorge nicht an finanziellen Mitteln scheitern, da die vertraglichen Vereinbarungen zwischen Kirche und Staat bewährt sind. Zudem zeigte sich Felmberg zuversichtlich, die zusätzlichen Stellen problemlos besetzen zu können. Er verweist darauf, dass viele Pfarrerinnen und Pfarrer die Arbeit in der Militärseelsorge als wertvolle Alternative zu den administrativen und baulichen Aufgaben in der Gemeindearbeit ansehen.
Akzeptanz und Bedeutung der Militärseelsorge
Felmberg hob die hohe Wertschätzung der Militärseelsorge innerhalb der Bundeswehr hervor. Laut einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) halten über 90 Prozent der Soldatinnen und Soldaten die Seelsorge für äußerst wichtig. Zudem liegt die Austrittsrate evangelischer Soldaten aus der Kirche mit 0,3 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.
Das vollständige Interview ist unter folgendem Link verfügbar: www.ksta.de/1284376
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