Landesweingut Kloster Pforta vor finanzieller Krise
Das Landesweingut Kloster Pforta in Sachsen-Anhalt steht nach einem aktuellen Gutachten vor der Gefahr der Zahlungsunfähigkeit. Dies geht aus einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung (Ausgabe Dienstag) hervor, der sich auf eine von der Landesregierung in Auftrag gegebene Analyse stützt.
Gutachten stellt kritische Lage fest
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ecovis, die das Gutachten erstellte, kommt zu dem Schluss, dass das derzeitige Geschäftsmodell des Weinguts langfristig nicht tragfähig ist. Ohne umfassende Sanierungsmaßnahmen drohen spätestens im Jahr 2027 eine Zahlungsunfähigkeit sowie eine Überschuldung des Unternehmens. Die Prüfer weisen darauf hin, dass die Liquidität des Weinguts seit längerer Zeit nicht aus eigener Kraft gesichert werden kann. Kreditaufnahmen am Markt seien nicht mehr möglich, da die in den vergangenen Jahren entstandenen Verluste die verfügbaren liquiden Mittel vollständig aufgebraucht haben.
Sanierungskonzept mit deutlichen Einschnitten
Die Landesregierung hat Anfang August ein Sanierungskonzept verabschiedet, das erhebliche Einsparungen vorsieht. Geplant ist unter anderem ein Personalabbau sowie eine Reduzierung der bewirtschafteten Rebfläche von 50 Hektar auf 23,5 Hektar. Dabei sollen nur noch die besonders wertvollen Weinlagen Saalhäuser und Pfortenser Köppelberg genutzt werden. Diese Flächen werden für eine Million Euro an die Landgesellschaft, das Mutterunternehmen, verkauft und anschließend zurückgepachtet.
- Die Landgesellschaft soll zudem zwei Millionen Euro in die Kapitalrücklage des Weinguts einzahlen.
- Die Sanierungsphase ist auf vier Jahre angelegt.
Finanzminister Michael Richter (CDU) betonte gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung, dass das Landesweingut auf diese Weise zukunftsfähig gemacht werden solle.
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