Anstieg der Pflegebedürftigkeit in Deutschland: Politische Entscheidungen als Ursache
Die Zahl der Menschen, die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten, hat in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Aktuell beziehen über sechs Millionen Personen solche Leistungen, was einer mehr als Verdopplung seit dem Jahr 2015 entspricht.
Diese Entwicklung spiegelt jedoch nicht zwangsläufig eine Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands wider. Vielmehr sind politische Entscheidungen maßgeblich für den Anstieg verantwortlich. Im Zuge der Pflegereform von 2017 wurden Menschen mit demenziellen Erkrankungen erstmals in die Pflegeversicherung aufgenommen. Ein Beirat hatte damals Schwellenwerte zur Ermittlung der Pflegebedürftigkeit vorgeschlagen, die jedoch von der damaligen großen Koalition abgelehnt wurden.
Gesundheitsministerin Nina Warken wird nun aufgefordert, zu den ursprünglich empfohlenen Kriterien zurückzukehren. Dies könnte nicht nur die Statistik entlasten, sondern auch Anreize schaffen, gesundheitsbewusster zu leben. Denn die Pflegebedürftigkeit hängt wesentlich von beeinflussbaren Risikofaktoren ab, wie beispielsweise Bluthochdruck, Bewegungsmangel oder Rauchen.
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