21 Mitglieder verlassen Bündnis Sahra Wagenknecht in Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt haben 21 Mitglieder des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) ihren Austritt erklärt, darunter mehrere Personen mit früheren oder aktuellen Führungspositionen. Dies berichtet die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer Wochenendausgabe.
Kritik an Parteiführung und Annäherung an AfD
In einem gemeinsamen Austrittsschreiben werfen die ehemaligen Mitglieder der Parteispitze einen autoritären Führungsstil vor. Zudem bemängeln sie mangelnde Transparenz, Postengeschacher sowie eine Atmosphäre von Misstrauen und Überwachung. Ein weiterer Kritikpunkt ist die zunehmende Annäherung des BSW an die rechtsextreme AfD, insbesondere im laufenden Landtagswahlkampf. Dort orientiere sich das Bündnis in Sprache und Themenwahl immer stärker an Positionen der AfD.
Prominente Austritte aus Führungsriege
- Zu den Ausgetretenen gehört Sylvia Winkelmann-Witkowsky, ehemalige Landesvize und bislang eine der beiden Vorsitzenden des Kreisverbands Halle-Saalekreis.
- Auch Katja Wendland und Harald Koch, Kreisvorsitzende im Burgenlandkreis beziehungsweise in Mansfeld-Südharz, haben ihre Mitgliedschaft beendet.
Die Austrittsgruppe betont, dass sie das Bündnis verlässt, um ihren politischen Überzeugungen treu zu bleiben.
Reaktion der BSW-Landesführung
John Lucas Dittrich, Landeschef des BSW, erklärte gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung, dass die Austrittserklärungen bislang noch nicht offiziell vorlägen. Er begrüße jedoch die nun geschaffene Klarheit. Zwischen der Parteiführung und den Unterzeichnern der Austrittserklärung bestünden unüberbrückbare inhaltliche Differenzen. Dittrich warf den Austretenden vor, in Wirklichkeit die CDU im Amt halten zu wollen. Er bekräftigte das Ziel des BSW, einen politischen Wechsel in Sachsen-Anhalt herbeizuführen und sich gegen die Brandmauerpolitik der anderen Parteien zu positionieren.
Kontakt zur Redaktion
Mitteldeutsche Zeitung
Hagen Eichler
Telefon: 0391 400 66 94 10
hagen.eichler@mz.de

