Forderung nach Videoüberwachung in Fernzügen zur Erhöhung der Sicherheit

Pro Bahn fordert Überwachungskameras an Zugtüren nach gefährlichem Vorfall in Bayern

Osnabrück (ots) – Nach einem Vorfall in Bayern, bei dem eine Tür eines fahrenden Zuges geöffnet wurde, fordert der Fahrgastverband Pro Bahn die Installation von Überwachungskameras in den Einstiegsbereichen von Fernzügen. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender von Pro Bahn, betonte gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz), dass gerade dieser Bereich – Türen und Vorraum – besonders anfällig für derartige Eingriffe sei. Eine Kamera könne hier für Klarheit sorgen, ohne die Privatsphäre der Fahrgäste im Zug selbst zu beeinträchtigen.

Vorfall zeigt Handlungsbedarf

Der Vorfall in Bayern, bei dem eine Tür bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h geöffnet wurde und der Zug daraufhin eine Notbremsung einlegte, verdeutliche die Problematik. „Im Nachhinein lässt sich nicht feststellen, wer die Tür geöffnet hat“, so Iffländer.

Keine flächendeckende Überwachung im Zuginnenraum

Eine umfassende Videoüberwachung des gesamten Zuges lehnt Pro Bahn ab. Iffländer erläuterte, dass im Fernverkehr eine andere Privatsphäre gelte, da Fahrgäste dort längere Zeit verbringen, arbeiten, schlafen, essen und Gespräche führen. Ein ICE-Abteil sei eher als Aufenthaltsraum denn als Haltestelle zu betrachten, weshalb eine dauerhafte Beobachtung der Sitzplätze nicht gerechtfertigt sei.

Empfehlungen für den Einbau von Kameras

  • Kameras sollten in den Türbereichen bei neuen Fernverkehrszügen verpflichtend vorgesehen sein.
  • Auch bei Modernisierungen der bestehenden Flotte sollten die Kameras ohne großen Aufwand nachgerüstet werden.
  • Die Aufnahmen sollen lediglich temporär in einem Ringspeicher vorgehalten werden, ohne ständige Live-Überwachung.
  • Eine Weitergabe der Daten an Ermittlungsbehörden soll nur bei konkretem Anlass erfolgen.

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