Iran-Konflikt: Unklare Strategie und verheerende Folgen

Sechs Monate Krieg zwischen Iran und USA/Israel ohne klares Ende

Berlin (ots)

Seit genau einem halben Jahr befinden sich der Iran auf der einen Seite und die USA sowie Israel auf der anderen im Krieg. Ausgelöst wurde der Konflikt durch einen völkerrechtswidrigen Angriff auf die Islamische Republik, der ohne Kriegserklärung erfolgte. Für die USA ist dies kein ungewöhnliches Vorgehen: Washington hat mehrfach Länder als Bedrohung für eigene Interessen dargestellt, um anschließend militärisch zu intervenieren. Beispiele hierfür sind unter anderem der Irak und Venezuela.

Ungewisse Entwicklung und fehlende Strategie

Der weitere Verlauf des Krieges bleibt unklar. Die US-Regierung verfügt offenbar weder über eine klare Strategie noch ein definiertes Kriegsziel. Die Straße von Hormus ist weiterhin für den Schiffsverkehr blockiert, während der Iran entschlossen ist, nicht nachzugeben. Dennoch ist es problematisch, die Islamische Republik als Sieger des Konflikts zu bezeichnen, wie es seit einigen Wochen von Beobachtern und Analysten getan wird. Ein militärischer Sieg bemisst sich nicht allein an der Kontrolle strategischer Punkte.

  • Über 4000 Menschen sind durch Bombardements der USA und Israels ums Leben gekommen.
  • Die Infrastruktur des Irans wurde erheblich beschädigt.
  • Die Kriegsschäden werden auf über 200 Milliarden US-Dollar geschätzt.
  • Die Verluste auf Seiten Israels und der USA liegen unter hundert Toten.

Wirtschaftliche Auswirkungen und politische Realität

Obwohl der Iran die Meerenge von Hormus kontrolliert und dadurch weltweit die Preise für Erdöl und Dünger steigen, bedeutet dies keinen Sieg für das Land. Die Darstellung des Irans als Gewinner erscheint zynisch, insbesondere angesichts steigender Benzinkosten im Westen und Osten. Vielmehr wirkt die Zuschreibung eines Sieges wie eine Enttäuschung darüber, dass der Sturz des iranischen Regimes nicht erreicht wurde.

Rechtliche und politische Implikationen

Die Vorstellung, dass ein Zusammenbruch der Islamischen Republik unter Bombardements eine Rechtfertigung für diesen und künftige Kriege darstellen könnte, widerspricht dem im Völkerrecht verankerten Gewaltverbot. Eine interventionistische Außenpolitik, die auf den Sturz eines sogenannten Unrechtsregimes abzielt, kann einen Rechtsbruch nicht heilen. Vielmehr handelt es sich hierbei um imperialistische Praktiken.

Profiteure und Verlierer des Konflikts

  • Mineralölkonzerne und Rüstungshersteller profitieren vom Krieg.
  • Die USA müssen ihre Waffenvorräte durch Großaufträge auffüllen.
  • Unternehmen wie Shell, Aral und Total verzeichnen steigende Einnahmen.
  • Die iranische Bevölkerung hat keine Vorteile aus dem Krieg gezogen.
  • Die innerstaatliche Repression im Iran hält an.
  • Ein Sturz der Islamischen Republik erscheint derzeit ausgeschlossen.
  • Die Beziehungen zu Nachbarstaaten befinden sich auf einem Tiefpunkt.

Während das US-Militär Bomben auf Städte wie Teheran, Isfahan und Bandar Abbas abwarf, ließ das iranische Regime über 500 Menschen hinrichten.

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