Klimaschutzlücke: Aktueller Bericht zeigt dringenden Handlungsbedarf
Der jüngste Bericht zur Klimaschutzlücke zeichnet ein alarmierendes Bild: Die bislang vorliegenden nationalen Klimapläne reichen lediglich aus, um die globale Erwärmung auf etwa 2,6 Grad zu begrenzen. Auch die zusätzlichen Zusagen zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen sind nicht ausreichend, um das Ziel von 1,5 Grad einzuhalten. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) bewertet die Situation sogar noch pessimistischer als im Vorjahr, unter anderem aufgrund der klimapolitischen Haltung der USA unter der Trump-Regierung, die als größter historischer Verursacher fossiler Emissionen ihre Verantwortung nicht wahrnimmt.
Neue Zielsetzung: Begrenzung und Rückführung der Erderwärmung
Die zentrale Herausforderung besteht nun darin, die Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze so gering und zeitlich kurz wie möglich zu halten und die Temperatur bis zum Jahr 2100 wieder auf dieses Niveau oder darunter zu senken. Hierfür müssten die Treibhausgasemissionen bis 2035 um 45 Prozent reduziert werden. Zudem ist es erforderlich, große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen und dauerhaft zu speichern. Ob diese Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden können, bleibt jedoch ungewiss. Daraus folgt, dass die Möglichkeit einer späteren Korrektur nicht als Rechtfertigung für gegenwärtige Untätigkeit dienen darf.
Positive Entwicklungen und notwendige politische Entschlossenheit
Der Bericht von Unep signalisiert jedoch auch, dass Resignation nicht angebracht ist. Seit dem Pariser Abkommen von 2015 hat sich die Kapazität für erneuerbare Energien weltweit deutlich schneller entwickelt als erwartet: Die Leistung im Bereich Ökostrom ist dreimal so schnell gewachsen, der Zubau von Solaranlagen sogar siebenmal schneller. Diese Fortschritte zeigen, dass Klimapolitik, der Ausbau sauberer Technologien und CO2-Bepreisung Wirkung entfalten. Entscheidend ist nun, dass Regierungen diese Erfolge konsequent ausbauen, anstatt weiterhin Ausnahmeregelungen für fossile Geschäftsmodelle zu verhandeln.
Von Joachim Wille
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