Interne Interviewfassung von Linke-Politikerin Elif Eralp versehentlich veröffentlicht
Berlin (ots) – Die Berliner Politikerin der Linken, Elif Eralp, gab dem Magazin „Spiegel“ ein Interview. Dabei kam es zu einem Fehler: Ihr Büro sandte dem Magazin versehentlich eine interne, noch nicht abschließend bearbeitete Version des Gesprächs zu. Diese nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Fassung wurde teilweise veröffentlicht.
Verantwortung und Sicherheitsaspekte
Die Linke trägt durch die Panne eine Mitschuld, da sie die unvollständige Version übermittelte. Gleichzeitig hätte der „Spiegel“ aus Gründen des Schutzes von Elif Eralp und ihrer Familie auf die Veröffentlichung der sensiblen Passagen verzichten müssen. In den internen Anmerkungen wurden persönliche Sicherheitsaspekte thematisiert, die nicht öffentlich gemacht werden sollten.
Problematik der Interviewautorisierung
Die Praxis, Interviews vor der Veröffentlichung von den Gesprächspartnern autorisieren zu lassen, ist in Deutschland weit verbreitet. Diese reicht von geringfügigen Korrekturen bis hin zu umfassenden Überarbeitungen. Ein Verstoß gegen diese Regel ist zumindest umstritten. Die veröffentlichten Anmerkungen von Eralp verdeutlichen zudem den Druck, dem Personen in der Öffentlichkeit häufig ausgesetzt sind.
Konflikte innerhalb der Linken und politische Einordnung
Die Veröffentlichung zeigt auch die andauernden innerparteilichen Auseinandersetzungen der Linken zum Nahost-Konflikt. Die Darstellung im „Spiegel“ reiht sich in die gängige deutsche Debatte ein: Während der Terrorismus der Hamas kritisiert wird, erfolgt oft eine pauschale Verurteilung der Palästinenser. Gleichzeitig wird die gewaltsame Politik Israels, beispielsweise in Gaza, eher milde bewertet.
Vor diesem Hintergrund kann die Berichterstattung als Teil der Versuche gewertet werden, einen von der Linken geführten Berliner Senat zu schwächen. Insbesondere Gegner einer Vergesellschaftung von Wohnraum dürften die Veröffentlichung begrüßen.
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