Grünen-Chefin Brantner fordert pragmatischen Kurs und Kompromissbereitschaft
Osnabrück. Im innerparteilichen Richtungsstreit der Grünen hat Parteivorsitzende Franziska Brantner einen pragmatischen Umgang mit Regierungsverantwortung angemahnt. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) betonte sie, dass es notwendig sei, auch schmerzhafte Zugeständnisse zu akzeptieren, um tatsächliche Veränderungen zu bewirken.
Brantner erklärte: „Anpacken bedeutet, Regierungsverantwortung pragmatisch zu nutzen, um reale Veränderungen umzusetzen – selbst wenn das für manche Mitglieder schwierige Kompromisse erfordert.“
Vorbild Cem Özdemir
Als Beispiel für diesen Ansatz nannte die Grünen-Chefin den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir. Er verkörpere eine erfolgreiche, urgrüne Politik, die zugleich den Mut zur Veränderung besitze. Dieses Modell solle die gesamte Partei inspirieren, um näher an den Bürgerinnen und Bürgern zu agieren und politische Blockaden zu überwinden.
Brantner unterstrich: „Wir wollen konkrete Probleme lösen, anstatt alte Klischees zu bedienen. Diese Herausforderung betrifft die gesamte Partei.“
Kritik aus der Parteijugend
In den vergangenen Wochen geriet Brantner insbesondere durch die eigene Parteijugend unter Druck. Anlass war das erste Treffen eines neu gegründeten Realo-Netzwerks junger Grünen-Mitglieder, bei dem sie eine Rede hielt. Darin forderte sie die Partei zu mehr Offenheit auf, was innerhalb der Jugendorganisation kontrovers diskutiert wurde.
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