Berlin (ots)
Der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat kürzlich klargestellt, dass die Rentenpunkte für pflegende Angehörige nicht reduziert werden sollen. Diese Ankündigung lässt jedoch keine grundlegende Verbesserung in der Sozialpolitik erwarten. Linnemann kritisiert die während der Pandemie eingeführten 15 Tage Kinderkrankengeld pro Elternteil und Jahr als zu großzügig und plädiert stattdessen für eine Rückkehr zu zehn Tagen.
Viele Eltern nutzen die 15 Tage Kinderkrankengeld nicht vollständig, was auf unterschiedliche Lebensumstände zurückzuführen ist. So reichen die 30 Tage für Eltern schwerkranker Kinder oft nicht aus. Zudem sind Familien mit geringem Einkommen häufig nicht in der Lage, den Anspruch vollständig wahrzunehmen, da sie entweder beruflich stark eingebunden sind oder finanzielle Einbußen befürchten. Allerdings wäre auch eine vollständige Inanspruchnahme der Leistungen aus Kostengründen ein Argument für eine Kürzung.
Vor dem Hintergrund steigender finanzieller Belastungen für Familien und Alleinerziehende – etwa durch höhere Zuzahlungen für Medikamente, reduzierte Wohngeldleistungen oder geringere Unterhaltsvorschüsse – würde eine Reduzierung des Kinderkrankengeldes die Situation weiter verschärfen. Nach Ablauf der zehn Tage stünden Eltern vor der Frage, wie sie die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen können. Möglichkeiten wie die Unterstützung durch Nachbarn oder Großeltern sind nicht immer vorhanden. Ebenso wenig ist es realistisch, Kinder mit zur Arbeit oder in öffentliche Einrichtungen zu nehmen. Die Folgen einer solchen Politik könnten Arbeitsplatz- und Einkommensrisiken für Eltern sowie Gesundheitsgefahren für Kindergruppen in Kitas und Schulen sein.
Diese Entwicklungen lassen sich als wenig familienfreundlich bewerten und erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erheblich.
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