Andreas Gebhard fordert klare Abgrenzung von Twitter-Nachfolger X
Osnabrück (ots)
Andreas Gebhard, Initiator der Digital-Konferenz re:publica, spricht sich im Zuge der Übernahme von Twitter durch Elon Musk für eine deutliche sprachliche Differenzierung zwischen dem ehemaligen Dienst und dessen Nachfolger aus. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) betonte er, dass „X“ nicht mehr Twitter sei: „Der Name hat sich geändert, ebenso der Eigentümer mit seiner Agenda sowie die zugrundeliegende Technologie. X fungiert als Verstärker rechter Echokammern. Twitter existiert in dieser Form nicht mehr.“
Re:publica zieht Konsequenzen und distanziert sich von X
Aus dieser Einschätzung zieht die re:publica die Konsequenz, die Nutzung des Netzwerks komplett einzustellen. Gebhard erläuterte: „Wir haben uns von X verabschiedet und empfehlen dies auch anderen. Es besteht keine Notwendigkeit, dort präsent zu sein – genauso wenig wie auf Donald Trumps Plattform Truth Social. Wer auf X gegen Propaganda ankämpfen möchte, führt einen aussichtslosen Kampf gegen von Bots gesteuerte Fake-Accounts.“
Handlungsbedarf beim Kinder- und Jugendschutz im Internet
Im Hinblick auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum sieht Gebhard vor allem den Gesetzgeber in der Pflicht. Er kritisiert, dass derzeit Technologieanbieter weitgehend unbegrenzt agieren können: „Eine klare gesetzliche Regelung wäre sinnvoll. Ich lehne pauschale Verbote ab, unterstütze jedoch klare Altersbeschränkungen analog zu Film- und Videospielratings. Schutzmechanismen sollten standardmäßig auf Geräten voreingestellt sein und nicht allein den Eltern überlassen bleiben.“
Plädoyer für Open-Source-Lösungen in Bildung und Verwaltung
Gebhard spricht sich zudem für eine Umstellung der digitalen Infrastruktur auf Open-Source-Software aus, was seiner Ansicht nach den Einsatz von iPads in Schulen ausschließt. Er verweist auf Schleswig-Holstein unter Ministerpräsident Daniel Günther als positives Beispiel: „Dort wird Bildung und Verwaltung nach dem Prinzip ‚Public money, public code‘ umgestellt. Das bedeutet, dass öffentliche Gelder in Software investiert werden, die der Allgemeinheit zugutekommt und nicht privaten Konzernen.“ Er kritisiert den Einsatz chinesischer Hardware und amerikanischer Software in Schulen und fordert eine nachhaltigere Digitalisierungsstrategie.
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