Sachsen-Anhalt bleibt bei Gaskraftwerksvergabe ohne Zuschlag

Keine Zuschläge für Gaskraftwerke in Sachsen-Anhalt

Halle. Bei der jüngsten Ausschreibung für neue Gaskraftwerke zur Stromerzeugung bleibt Sachsen-Anhalt vorerst ohne Zuschlag. Das Angebot der Saale Energie GmbH wurde nicht berücksichtigt, wie Unternehmenssprecher Sebastian Exner gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung erklärte. Die Saale Energie GmbH, eine Tochtergesellschaft der Mibrag, betreibt in Schkopau (Saalekreis) ein großes Braunkohlekraftwerk, das im Rahmen des Kohleausstiegs spätestens 2034 stillgelegt werden soll. Für den Standort ist der Bau eines neuen Gaskraftwerks geplant.

Exner wies darauf hin, dass das Gesetz mindestens eine weitere Ausschreibungsrunde vorsieht, weshalb eine endgültige Bewertung für Schkopau derzeit noch nicht möglich sei.

Reaktionen aus der Politik

Armin Willingmann, Energie- und Umweltminister von Sachsen-Anhalt (SPD), zeigte sich besorgt über das Ergebnis: „Die Ausschreibungsergebnisse sind ein schwerer Rückschlag für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt.“ Besonders die Industrie im mitteldeutschen Chemiedreieck sei auf die Versorgung durch das Kraftwerk in Schkopau angewiesen. Sollte der Standort leer ausgehen, könnten daraus erhebliche Nachteile für die Chemiebranche entstehen, so Willingmann gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung.

Willingmann äußerte zudem den Eindruck, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wenig Interesse an einer breiteren Anbieterstruktur auf dem Strommarkt habe. So hätten lediglich zwei Anbieter, RWE und Leag, 99 Prozent des Zuschlagsvolumens erhalten.

Ergebnisse der Ausschreibung

Die Bundesnetzagentur veröffentlichte am Dienstag die Resultate der ersten Ausschreibungsrunde für neue Gaskraftwerke. Von insgesamt 41 Bewerbern erhielten elf Angebote aus den Bundesländern Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg den Zuschlag.

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