Städtetag fordert neue Verkehrsplanung und mehr Mittel für Hitzeschutz
Osnabrück (ots)
Angesichts zunehmender Hitzewellen und extremer Temperaturen plädiert der Deutsche Städtetag für ein Umdenken in der Verkehrsplanung und fordert eine stärkere finanzielle Unterstützung zum Schutz vor Hitze.
Verkehrsflächen reduzieren zugunsten von Grünflächen
Burkhard Jung, Präsident des Städtetags und Oberbürgermeister von Leipzig, erklärte gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass weniger Parkplätze und Straßen künftig unverzichtbar seien, um den Folgen des menschengemachten Klimawandels zu begegnen. Jeder neu gepflanzte Baum trage zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Dort, wo Bäume oder Regenspeicher eingerichtet werden, müsse der vorhandene Straßenraum entsprechend reduziert werden. Sechsspurige Straßen seien in urbanen Gebieten keine zukunftsfähige Lösung mehr.
Neuausrichtung der Verkehrsströme
Um die Widerstandsfähigkeit der Städte zu erhöhen, sei eine grundlegende Neuorientierung der Verkehrsströme notwendig. Jung betonte die Bedeutung von Maßnahmen wie Anwohnerparken, der Förderung von Carsharing und Jobrädern sowie einer deutlichen Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Als Vorbilder nannte er Städte wie Kopenhagen, Amsterdam und Oslo, die bereits erfolgreiche Konzepte in diesem Bereich umgesetzt hätten.
Finanzielle Unterstützung und gesetzliche Verankerung der Klimaanpassung
Angesichts sinkender Wasserstände in Flüssen wie Rhein und Donau warnte Jung davor, dass dies erst der Anfang einer Reihe von klimabedingten Herausforderungen sei, mit denen man umgehen müsse. Er befürwortet daher die Aufnahme der Klimaanpassung ins Grundgesetz, um das Thema als gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen zu etablieren und die Bereitstellung entsprechender finanzieller Mittel sicherzustellen. Aktuell seien die kommunalen Haushalte nicht ausreichend ausgestattet, um notwendige Anpassungsmaßnahmen angemessen umzusetzen.
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