US-Sanktionen gegen Iran: Wirtschaftskrieg mit ungewissem Ausgang

US-Sanktionen gegen Iran: Wirtschaftskrieg mit globalen Auswirkungen

Berlin (ots)

Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten und bereits begonnenen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran zielen darauf ab, den Druck auf die Islamische Republik zu erhöhen, nachdem militärische Maßnahmen keine nachhaltige Wirkung gezeigt haben. Die strategisch wichtige Straße von Hormus bleibt weiterhin weitgehend blockiert, und Öltanker sind weiterhin Angriffen ausgesetzt.

Handelsbeziehungen und internationale Reaktionen

Trump plant, die bislang schärfsten Strafmaßnahmen gegen den Iran sowie dessen Handelspartner zu verhängen. Dabei schließt er auch China nicht aus und bezeichnet die Maßnahmen als einen umfassenden „Wirtschaftskrieg“. Die chinesische Regierung reagierte gereizt auf diese Ankündigung, zeigt sich jedoch wenig beeindruckt von den Drohungen aus Washington.

China ist für den Iran der wichtigste Handelspartner und kauft etwa 80 Prozent der iranischen Erdölexporte. Ein kurzfristiger Ersatz für diese Abnehmer ist kaum realisierbar, insbesondere angesichts möglicher US-Sanktionen gegen Käufer iranischen Öls. Für die chinesische Wirtschaft wäre ein Wegfall der iranischen Ölimporte jedoch verkraftbar, da der Großteil ihres Rohölbedarfs von den arabischen Golfstaaten gedeckt wird.

Regionale Partner und wirtschaftliche Folgen

Weitere bedeutende Handelspartner des Iran, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die Türkei und der Irak, dürften sich den US-Sanktionen schwerer widersetzen können als China. Die VAE haben ihre Handels- und Finanzbeziehungen mit dem Iran bereits aufgrund wiederholter iranischer Angriffe vorerst eingestellt. Dies könnte langfristig gravierende Auswirkungen für den Iran haben, da Dubai bislang als inoffizieller Umschlagplatz für Waren diente, die aufgrund der Sanktionen nicht direkt ins Land geliefert werden konnten.

Obwohl die Sanktionen den Iran wirtschaftlich stark belasten, ist es nach jahrelanger Erfahrung unwahrscheinlich, dass sie das Regime vollständig zu Fall bringen. Die wirtschaftlichen Belastungen werden vor allem von der Bevölkerung getragen: Die iranische Währung Rial verliert an Wert, die Inflation steigt rapide, und die Preise für Güter des täglichen Bedarfs erhöhen sich kontinuierlich. Der monatliche Mindestlohn liegt derzeit bei etwa 87 US-Dollar. Ein iranischer Thinktank schätzt, dass die Armutsquote von rund 30 Prozent vor fünf Jahren auf etwa 45 Prozent im aktuellen Jahr gestiegen ist.

Wirtschaftliche Perspektiven und soziale Risiken

Der Ökonom Mahyar Ramezankhani beschreibt die aktuelle wirtschaftliche Lage des Iran als eine Situation, in der durch Währungsabwertung, Rationierung von US-Dollar und Aufschub notwendiger Instandhaltungen in Raffinerien und Stromnetzen das eigene Kapital aufgebraucht werde. Diese Strategie könne nur eine begrenzte und wahrscheinlich kurze Zeitspanne aufrechterhalten werden.

Das iranische Regime steht somit vor einem Risiko: Sollte sich die wirtschaftliche Krise weiter verschärfen und die Lebensbedingungen unerträglich werden, ist mit neuen Protesten auf den Straßen zu rechnen. Diese könnten noch umfangreicher ausfallen als die Demonstrationen im Januar, was wiederum eine erneute Repressionswelle zur Folge hätte. Dies könnte selbst die letzten Unterstützer der Islamischen Republik davon überzeugen, dass das Ende des Regimes nah ist.

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