Forderung nach stärkerer Führung durch Bundeskanzler Merz
Osnabrück (ots) – Christoph Ahlhaus, Bundesgeschäftsführer der Mittelstandsvereinigung BVMW, appelliert an Bundeskanzler Friedrich Merz, seine Richtlinienkompetenz entschlossener einzusetzen. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) warnte Ahlhaus davor, dass die Koalition ohne klare Führung nach der Sommerpause mittelfristig auseinanderbrechen könnte.
Kritik an mangelndem Führungsprofil
Nach Ansicht von Ahlhaus fehlt dem Kanzler ein deutliches Führungsprofil. Die anhaltenden Diskussionen und Uneinigkeiten innerhalb der Koalition, etwa bei der Rente mit 63 oder im Gesundheitswesen, untergraben das Vertrauen von Bürgern und Wirtschaft. Er bezeichnete diese Situation als schlimmer als fehlende Ideen, da sie die Planlosigkeit offenbare.
Als Beispiel für unzureichendes Führungs- und Kommunikationsmanagement nannte der frühere Erste Bürgermeister Hamburgs das Thema Rente. Angesichts steigender Lebenserwartung sei es unumgänglich, die Lebensarbeitszeit zu verlängern. Die Herausforderung bestehe darin, dies politisch sinnvoll zu gestalten und transparent zu kommunizieren.
Mehrwertsteuerdebatte: Klare Absage gefordert
In Bezug auf die Diskussion um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer forderte Ahlhaus den Bundeskanzler auf, eine eindeutige Position zu beziehen. Eine Mehrwertsteuererhöhung bezeichnete er als „das Unintelligenteste“, was die Politik in der aktuellen Lage tun könne. Er riet dazu, diese Debatte umgehend zu beenden und eine Erhöhung klar abzulehnen, da sie den ohnehin schwächelnden privaten Konsum weiter beeinträchtigen würde.
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