Heidenau beschließt Verbot von Stolpersteinen als Zeichen der Geschichtsvergessenheit

Stuttgart (ots)

Die Entscheidung des Gemeinderats der sächsischen Kleinstadt Heidenau, Stolpersteine auf öffentlichem Grund zu verbieten, hat weitreichende Bedeutung. Mit den Stimmen von AfD, CDU und einer lokalen Gruppierung wurde ein Beschluss gefasst, der ein negatives Signal aussendet: Erinnern wird als störend empfunden und als unnötige Belastung abgetan.

Stolpersteine sind jedoch keine bloßen Gedenksteine. Sie stellen eine individuelle Form des Erinnerns dar, die den Opfern des Nationalsozialismus ein Gesicht gibt. Durch sie werden Menschen sichtbar, die entrechtet wurden und deren Schicksal oft in Vergessenheit gerät. Dieses europaweite Erinnerungsprojekt umfasst mittlerweile 128.000 verlegte Steine und steht für Würde und Respekt gegenüber den Opfern.

Der Beschluss aus Heidenau widerspricht diesem Anliegen fundamental und kann als Ablehnung der Erinnerungskultur verstanden werden. Es ist notwendig, der Vergessenheit der Geschichte entschieden entgegenzutreten.

Pressekontakt:

Stuttgarter Nachrichten
Chef vom Dienst
Frank Schwaibold
Telefon: 0711 / 7205 – 7110
cvd@stn.zgs.de

Original-Content von: Stuttgarter Nachrichten, übermittelt durch news aktuell