Heidenau beschließt Verbot von Stolpersteinen und sendet fatales Signal gegen das Erinnern

Stuttgart (ots)

Die Entscheidung des Gemeinderats der sächsischen Kleinstadt Heidenau, Stolpersteine auf öffentlichem Gelände zu verbieten, hat weitreichende Bedeutung. Mit Unterstützung der AfD, der CDU sowie einer lokalen Gruppierung wurde dieser Beschluss gefasst, der ein bedenkliches Signal aussendet: Das Erinnern wird als störend empfunden und soll vermieden werden.

Stolpersteine sind jedoch mehr als bloße Gedenkobjekte. Sie stellen eine persönliche Form der Erinnerung dar, die den einzelnen Schicksalen der Opfer des Nationalsozialismus ein Gesicht gibt. Durch sie erhalten Menschen, die zunächst entrechtet und später ermordet wurden, Aufmerksamkeit und Würde. Dieses europaweit mit über 128.000 verlegten Steinen etablierte Erinnerungsprojekt besitzt eine besondere Kraft.

Der Beschluss in Heidenau steht im Gegensatz zu diesem Anliegen und kann als ein Akt des Vergessens gewertet werden. Er verweigert die Auseinandersetzung mit der Geschichte und untergräbt somit die Bedeutung des Gedenkens. Angesichts dessen ist es unerlässlich, der historischen Vergessenheit entschieden entgegenzutreten.

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