Kretschmer fordert längere Arbeitszeiten und Karenztage
Vor dem bevorstehenden Koalitionsausschuss mit den Sozialpartnern hat Sachsens Ministerpräsident und CDU-Vize Michael Kretschmer eine Erhöhung der Arbeitszeit sowie die Einführung von Karenztagen gefordert. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ betonte er die Notwendigkeit, gemeinsam mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und den Ländern Regelungen zu finden, die eine Rückkehr zu mehr Vollzeitarbeit ermöglichen.
Appell an Sozialpartner und Bundesregierung
Kretschmer rief die Sozialpartner dazu auf, das Angebot des Bundeskanzlers anzunehmen und auf Konsens statt Konfrontation zu setzen. Nur so könne nach vier Jahren Rezession ein Aufschwung erreicht werden. Er unterstrich, dass die anstehenden Beratungen der Bundesregierung zu konkreten Vereinbarungen führen müssten.
Argumente für längere Arbeitszeiten
Auf die Befürchtung, dass Mehrarbeit die Unzufriedenheit mit der Regierung steigern könnte, antwortete der stellvertretende CDU-Vorsitzende, dass Lösungen gefunden werden müssten, die allen Beteiligten zugutekommen – etwa durch Arbeitsplatzsicherheit, geringere Produktionskosten und stabile Steuereinnahmen.
Als Vergleich nannte Kretschmer Polen und die Schweiz, wo die Menschen deutlich mehr Stunden pro Jahr arbeiten als in Deutschland. Zudem verwies er auf positive Erfahrungen mit Karenztagen in den neuen Bundesländern, bei denen in den ersten ein bis zwei Krankheitstagen kein Krankengeld gezahlt wird, schwer Erkrankte jedoch unterstützt werden. Er forderte mehr Eigenverantwortung als Leitprinzip.
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