Navanethem Pillay als Friedensnobelpreisträgerin: Ein Zeichen für internationale Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit

Berlin (ots)

Navanethem „Navi“ Pillay wurde als Friedensnobelpreisträgerin ausgewählt – eine Entscheidung, die als angemessen gilt. Im Gegensatz zum Vorjahr, als die venezolanische Politikerin María Corina Machado den Preis erhielt und diesen später symbolisch an US-Präsident Donald Trump weitergab, zeichnet sich Pillay durch Unabhängigkeit aus. So trat sie beispielsweise 2017 nach nur vier Monaten aus der Governance-Kommission des Weltfußballverbands FIFA zurück, da sie erkannte, dass ihr Name für oberflächliche Reformen missbraucht werden sollte.

Die Ehrung von Pillay erfolgt in einer Phase, in der das Völkerrecht und internationale Gerechtigkeit zunehmend unter Druck geraten. Sie steht für Rechtsstaatlichkeit und gegen das Prinzip der Macht des Stärkeren. Dieses Prinzip prägt ihre gesamte berufliche Laufbahn, angefangen bei ihrer Vertretung von Apartheid-Opfern in Südafrika über ihre Tätigkeit als Richterin am Internationalen Strafgerichtshof bis hin zu ihrer Arbeit bei den Vereinten Nationen.

Die Auszeichnung wird bei Regierungen wie denen der USA und Israels auf Kritik stoßen. Im vergangenen Jahr leitete Pillay eine UN-Kommission, die ohne rechtliche Befugnisse feststellte, dass Israel in Gaza Völkermord begangen habe. Trotz dieser kontroversen Einschätzung entschied sich das Nobelpreiskomitee, sie mit dem Preis zu ehren.

Pillay verkörpert Prinzipien, die viele Regierungen, darunter auch Deutschland, vermissen lassen: Gleichheit vor dem Recht und einheitliche Standards für alle. Während Deutschland den russischen Angriffskrieg verurteilt, bleibt es bei den Kriegsverbrechen Israels in Gaza sowie der USA in Venezuela und Iran weitgehend still. Pillay benennt Verbrechen klar und unabhängig von deren Urhebern. Ihr Beispiel könnte als Vorbild dienen – dies ist die zentrale Botschaft der diesjährigen Preisvergabe.

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