Umweltminister Meyer hinterfragt Sicherheitslage bei russischer Atomkooperation in Lingen
Osnabrück (ots) – Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer (Grüne) hat in einem Schreiben an das Kanzleramt, das Außenministerium sowie das Innenministerium nachgefragt, ob weiterhin keine sicherheitlichen Bedenken gegen die Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosatom im emsländischen Lingen bestehen.
Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) erläuterte Meyer, er habe die Bundesbehörden erneut gebeten, zu prüfen, ob sich die Sicherheitsbewertung für das Projekt bei Advanced Nuclear Fuels (ANF) durch die jüngsten Drohnenvorfälle am Leipziger Flughafen verändert habe.
Der Minister forderte eine „schnellstmögliche“ Antwort der drei Ministerien ein. Auch das Bundesumweltministerium wurde über das Schreiben informiert. Bislang liege jedoch keine Rückmeldung der Bundesregierung vor, so Meyer gegenüber der noz.
Genehmigung für Brennstabproduktion bereits erteilt
Die Lingener Brennelemente-Fabrik ANF hat bereits eine Genehmigung zur Herstellung von Brennstäben sowjetischer Bauart in Kooperation mit Rosatom erhalten. Meyer betonte jedoch, dass die Produktion noch nicht aufgenommen werden dürfe.
Um nicht auf das Ergebnis einer Klage der Umweltschutzorganisation BUND gegen das Vorhaben warten zu müssen, hat ANF beim Landesumweltministerium einen Antrag auf sofortigen Vollzug gestellt. Sollte es seitens der Bundesministerien weiterhin keine sicherheitlichen Einwände geben, werde er dem Antrag stattgeben müssen, erklärte der Minister.
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