Warnung vor Gewalt und Ausschreitungen am ersten deutschen Jugend-Protesttag

Bundesschülerkongress warnt vor Gewalt beim ersten deutschen Jugend-Protesttag

Osnabrück (ots)

Im Vorfeld des ersten bundesweiten Jugend-Protesttages am 31. Oktober hat der Bundesschülerkongress (BSK) vor möglichen Gewaltexzessen gewarnt, wie sie in Nachbarländern bereits zu beobachten waren. Lilli Berthold, Vize-Generalsekretärin und kommissarische Sprecherin des BSK, äußerte gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) die Befürchtung, dass die Anliegen junger Menschen durch Ausschreitungen in den Hintergrund geraten könnten.

Gefahr der Instrumentalisierung durch Dritte

Berthold betonte, dass die Organisatoren der Proteste selbst keine Gewalt beabsichtigen. Allerdings bestehe die Sorge, dass andere Gruppierungen solche Demonstrationen für eigene Zwecke missbrauchen könnten. In solchen Fällen sei es schwierig, vor Ort klar zu unterscheiden, welche Teilnehmer für welche Forderungen stehen.

Aufruf zu bundesweiten Protesten und mögliche Konfliktpunkte

Das Bündnis „Gen Z regelt“ hat für den kommenden Samstag zu einem deutschlandweiten Protesttag aufgerufen. In ihrem Positionspapier kritisieren sie unter anderem den Zustand der Schulen, die Wehrpflicht sowie eine zunehmende Überwachung. Zudem könnte laut Berthold der Nahostkonflikt zwischen Israel und Palästina auf den Demonstrationen zu Streitigkeiten führen.

Resignation und politische Unzufriedenheit bei Jugendlichen

Die Bundesschülersprecherin beschreibt die vorherrschende Stimmung unter Jugendlichen in Deutschland als von Resignation geprägt. Gründe dafür seien unter anderem, dass junge Menschen bei wichtigen Themen wie Wehrdienst, Rentenpolitik und Klimaschutz kaum Einfluss hätten. Auch die Erfahrungen während der Corona-Pandemie hätten das Gefühl verstärkt, dass ihre Bedürfnisse nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Diese Unzufriedenheit könne politische Folgen haben, wie Berthold erläutert: Zwar äußere sich Frust nicht zwangsläufig in Demonstrationen, könne sich aber im privaten Bereich aufstauen und sich bei Wahlen zeigen. So hätten Jugendliche in Bundesländern wie Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bereits ähnlich stark die AfD gewählt wie ältere Generationen.

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