Berlin (ots)
Die AfD findet kaum einen Weg, Flüchtlingen gerecht zu werden. Werden sie keiner Beschäftigung nachgehen und lernen kein Deutsch, gelten sie als faul, auf Sozialleistungen bedacht und als Vertreter einer Parallelgesellschaft in Deutschland. Bemühen sie sich hingegen intensiv um Arbeit und leisten Steuerbeiträge, stößt dies ebenfalls auf Ablehnung. Die Partei scheint nur dann zufrieden, wenn Flüchtlinge das Land verlassen – doch stellt sich die Frage, wer dann als Sündenbock herhalten soll.
Das neu eingerichtete Chancencenter in Frankfurt (Oder) verfolgt einen anderen Ansatz: Geflüchtete mit unklarer Bleibeperspektive sollen nicht isoliert werden, sondern Fähigkeiten erwerben, die sowohl ihnen selbst als auch Deutschland zugutekommen. Die Pilotphase weist eine Vermittlungsquote von 98 Prozent in Arbeitsstellen auf, was auf positive Entwicklungen hoffen lässt. Trotz eines jüngsten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen benötigt Brandenburg aufgrund der alternden Bevölkerung weiterhin Zuwanderung im erwerbsfähigen Alter. Denn wer soll künftig die Versorgung älterer Menschen sicherstellen, etwa durch den Verkauf von Lebensmitteln, Reparaturdienste oder Pflege?
Selbst bei einer hypothetischen Steigerung der Geburtenrate in Brandenburg, vergleichbar mit der DDR-Zeit, würde es Jahrzehnte dauern, bis die neuen Generationen in den Arbeitsmarkt eintreten.
Es bleibt zudem bedauerlich, dass Menschen – egal ob einheimisch oder zugewandert – häufig ausschließlich unter dem Gesichtspunkt ihres gesellschaftlichen Nutzens betrachtet werden. Besonders ältere und chronisch kranke Menschen erfahren diese Sichtweise als verletzend. Diese Haltung spiegelt eine traurige Realität wider.
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