Frauenunion Nordrhein-Westfalen widerspricht Forderung nach Verbot von Auslands-Leihmutterschaften
Bielefeld (ots)
Die Frauenunion Nordrhein-Westfalen hat sich gegen den Vorschlag aus der CDU ausgesprochen, Leihmutterschaften im Ausland gesetzlich zu verbieten. Ina Scharrenbach, Landesvorsitzende der Frauenunion und CDU-Politikerin, äußerte gegenüber dem Online-Portal „nw.de“ der „Neuen Westfälischen“ (Bielefeld), dass politische Forderungen zwar möglich seien, deren Nutzen für die Debatte jedoch fraglich bleibe.
Konflikt innerhalb der CDU
Die Kritik von Scharrenbach richtet sich gegen die jüngsten Äußerungen von Anne König, familien- und frauenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag. König fordert ein Verbot von Leihmutterschaften auch im Ausland sowie eine Verschärfung des Strafrechts. Derzeit sind Leihmutterschaften, die außerhalb Deutschlands in Anspruch genommen werden, strafrechtlich nicht relevant.
Mit ihrer Haltung steht König im Gegensatz zu Jens Spahn, der gemeinsam mit seinem Ehemann mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater wurde. Spahn hatte sich in der Vergangenheit öffentlich gegen Leihmutterschaften ausgesprochen und war nach heftiger Kritik von seinem Posten als Fraktionsvorsitzender der Unionsfraktion zurückgetreten.
Persönliche Entscheidungen und politische Konsequenzen
Scharrenbach kritisiert den Vorstoß ihrer Parteikollegin scharf: „Ein CDU-Mitglied hat sich persönlich für eine Leihmutterschaft im Ausland entschieden. Nun soll aufgrund dieser individuellen Entscheidung eine allgemeine Strafregelung eingeführt werden, die allen auferlegt wird? Das ist ein ungewöhnlicher Ansatz.“
Ethische Fragestellungen und unterschiedliche nationale Regelungen
Die Landesvorsitzende betont, dass Themen wie Leihmutterschaft, Eizellspenden und Adoptionsrecht ethisch komplex sind und von verschiedenen Ländern unterschiedlich bewertet würden. „Andere Länder, andere Sitten“, so Scharrenbach.
Position der Frauenunion zu Leihmutterschaften in Deutschland
Unverändert hält die Frauenunion Nordrhein-Westfalen an ihrem Standpunkt fest, Leihmutterschaften in Deutschland weiterhin zu verbieten. Diese Haltung begründet Scharrenbach mit dem christlichen Menschenbild und der Notwendigkeit, gesellschaftliche ethische und moralische Grenzen zu definieren, um grundlegende Werte zu schützen.
Gleichzeitig fordert die CDU-Politikerin eine intensivere öffentliche Debatte, die respektvoll und offen gegenüber unterschiedlichen Meinungen geführt wird. Hier bestehe derzeit ein Mangel.
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