Straubing (ots)
Innerhalb der Unionsfraktion gelten möglicherweise andere Spielregeln. An ihrer Spitze könnte Frei seine Stärken gezielt einsetzen. Er verfügt über ein gutes Netzwerk, wird geschätzt und ist mit den internen Abläufen vertraut. Nach Jens Spahns Rücktritt wurde häufig betont, dass Frei diese Fähigkeiten mitbringt.
Fraglich bleibt jedoch, ob ihm für die neue Position die notwendige Durchsetzungsfähigkeit zukommt, die ihm in seiner vorherigen Rolle möglicherweise fehlte.
Eine Fraktion fungiert nicht lediglich als verlängerter Arm der Regierung, sondern erfüllt auch eine kontrollierende Funktion. Der Vorsitzende muss in der Lage sein, Mehrheiten zu bilden, aber ebenso Kritik zu äußern. Gegebenenfalls muss er auch gegenüber dem Kanzler klare Positionen vertreten und Konflikte nicht scheuen. Ob Frei diese Balance meistern kann, wird maßgeblich für seinen Erfolg sein. Zudem hängt der Erfolg der Bundesregierung nicht zuletzt davon ab, wer seine Nachfolge im Kanzleramt antritt.
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