Lehrermangel in NRW bleibt ungelöst trotz Ankündigung von 10.000 zusätzlichen Lehrkräften

Lehrermangel in NRW: Unklarheit über tatsächlichen Personalzuwachs

In Nordrhein-Westfalen stellen Unterrichtsausfall und Lehrermangel weiterhin gravierende Herausforderungen für das Schulsystem dar. Die schwarz-grüne Landesregierung hatte im Koalitionsvertrag von 2022 versprochen, 10.000 zusätzliche Lehrkräfte einzustellen. Wie die Neue Westfälische berichtet, kann das Schulministerium jedoch wenige Monate vor dem Ende der aktuellen Wahlperiode keine verlässlichen Angaben darüber machen, wie viele Lehrkräfte tatsächlich neu hinzugekommen sind.

Unzureichende Datenerhebung erschwert Transparenz

Ein Sprecher des Schulministeriums erklärte gegenüber der Neuen Westfälischen, dass die Statistik zur Personalentwicklung nicht differenziert genug sei, um die Anzahl der ausgebildeten Lehrkräfte exakt zu bestimmen. Zwar sind derzeit 12.600 Personen mehr im Schulsystem beschäftigt als vor vier Jahren, jedoch zählen hierzu auch Schulsozialarbeiter und Verwaltungskräfte. Ein spezifischer Indikator, der die verschiedenen Berufsgruppen eindeutig ausweist, fehlt demnach in den Erhebungen.

Kritik von Opposition und Gewerkschaften

Sieben Monate vor dem Ende der Wahlperiode bleibt somit offen, ob das Ziel von 10.000 zusätzlichen Lehrkräften erreicht wurde. Opposition und Gewerkschaften kritisieren die mangelnde Transparenz scharf, da dadurch keine verlässliche Bewertung der Unterrichtsversorgung möglich sei. Jochen Ott, Fraktionsvorsitzender der SPD, äußerte die Vermutung, dass Schulministerin Dorothee Feller (CDU) möglicherweise entscheidende Zahlen zurückhalte. Zudem verwies Franziska Müller-Rech, stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende, darauf, dass bei Amtsantritt der schwarz-grünen Koalition vor vier Jahren 4.400 Lehrerstellen unbesetzt gewesen seien, während es heute 7.800 offene Stellen gebe.

Ministerium betont breiten Personalaufwuchs

Das Schulministerium hob gegenüber der Neuen Westfälischen hervor, dass es seit den 1970er-Jahren keinen vergleichbar starken Zuwachs an Personal gegeben habe. Die Landesregierung verfolge einen umfassenden Ansatz, um Lehrkräfte zu entlasten, indem neben Lehrkräften auch vermehrt Sozialarbeiter und Verwaltungsassistenten eingestellt würden. Insgesamt sind in Nordrhein-Westfalen knapp 220.000 Lehrkräfte tätig.

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Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell