Bundesverteidigungsminister Pistorius initiiert Protest gegen AfD-Wahl in Sachsen-Anhalt
Osnabrück (ots) – Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat die kurzfristige Protestaktion seiner Partei gegen die Wahl des AfD-Abgeordneten Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt persönlich angestoßen. Wie Pistorius im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) erklärte, habe er während der Fraktionssitzung das Mikrofon ergriffen und vorgeschlagen, gemeinsam zum Bebelplatz zu gehen.
Spontaner Marsch und gemeinsames Singen der Nationalhymne
Während des etwa 20-minütigen Fußmarsches kam Pistorius die Idee, am Bebelplatz – einem historischen Ort der nationalsozialistischen Bücherverbrennung – die deutsche Nationalhymne anzustimmen. Er betonte, dass es ihm wichtig gewesen sei, deutlich zu machen, dass die demokratischen Farben Schwarz-Rot-Gold nicht den Rechtsextremen überlassen werden dürften. Auch die Hymne gehöre zur demokratischen Identität und dürfe nicht von extremistischen Kräften vereinnahmt werden.
Der Verteidigungsminister berichtete, dass er die Hymne zuvor noch nie spontan öffentlich gesungen habe. Die besondere Situation in Magdeburg habe jedoch eine außergewöhnliche Reaktion erfordert. „Dieses in der Geschichte der Bundesrepublik singuläre Ereignis verlangte nach einer ebenso singulären Antwort“, so Pistorius. Er sei überzeugt, dass es richtig gewesen sei, nicht nur verbal zu protestieren, sondern auch aktiv zu handeln.
Positive Resonanz auf die Aktion
Die Rückmeldungen auf das gemeinsame Singen der Hymne seien sehr positiv ausgefallen. Pistorius führte dies weniger auf seine gesanglichen Fähigkeiten zurück, sondern vielmehr auf die Tatsache, dass die Hymne überhaupt gesungen wurde. „Das gemeinsame Singen hat offenbar vielen Menschen gutgetan und ein Gefühl der Selbstwirksamkeit vermittelt“, erklärte der Minister.
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