Wagenknecht fordert überparteilichen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt

Halle (ots)

Sahra Wagenknecht, Gründerin der Bürgerbewegung Solidarität (BSW), spricht sich für die Ablösung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) durch eine parteiübergreifende, namentlich nicht genannte Persönlichkeit aus. In einem Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung (Ausgabe Dienstag) betonte sie, dass die neue Führungskraft über Erfahrung in der Leitung größerer Organisationen verfügen müsse, ohne zwingend eine Parteikarriere vorweisen zu müssen. Ihrer Ansicht nach seien Personen, die sich im Machtkampf etablierter Parteien durchsetzen, nicht zwangsläufig die geeignetsten Kandidaten.

Auf die Frage nach der Anonymität des favorisierten Kandidaten erklärte Wagenknecht, dass sie vielmehr die politischen Inhalte eines von ihrer Bewegung unterstützten Bewerbers hervorhebe. Bei anderen Parteien sei es häufig unklar, welche politischen Maßnahmen nach der Wahl tatsächlich umgesetzt würden.

Wagenknecht sprach sich zudem für eine Einbindung der AfD in die nächste Landesregierung aus. Sie verwies darauf, dass eine Partei mit rund 40 Prozent der Stimmen nicht ausgeschlossen werden könne. Zudem habe sie sich stets dagegen ausgesprochen, der AfD Ausschussvorsitze oder vergleichbare Positionen zu verweigern, sofern sie aufgrund ihrer Stärke Anspruch darauf habe. Sollte der Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten keine Mehrheit finden, kündigte sie an, sich der Abstimmung zu enthalten – auch wenn dies eine Minderheitsregierung der AfD zur Folge hätte.

Pressekontakt:

Original-Content von: Mitteldeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell