Politische Lage in den USA: Historikerin warnt vor voreiligen Einschätzungen
Osnabrück (ots)
Obwohl US-Präsident Donald Trump in aktuellen Umfragen weiterhin unbeliebt ist, sieht die Historikerin Christina Morina nach den Zwischenwahlen keine gesicherte politische Wende. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) betont Morina, die ein Jahr in den USA gelehrt und ein Buch über diese Zeit verfasst hat, dass zwar die Demokraten gute Chancen auf zahlreiche Mandate besitzen, jedoch eine vorsichtige Bewertung der Situation geboten sei.
Herausforderungen für die Demokraten
Morina weist darauf hin, dass die Demokraten mit einem erheblichen Glaubwürdigkeitsproblem kämpfen. Selbst Erfolge auf regionaler Ebene könnten dies nicht vollständig kaschieren. Viele Wählerinnen und Wähler nähmen die Partei nicht mehr als Vertreterin sozialer Gerechtigkeit wahr. Eine programmatische Erneuerung sei dringend notwendig, was jedoch mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden sei.
Gefahren für den Wahlprozess
Die Historikerin warnt zudem davor, dass die Trump-Regierung alles daran setzen werde, die Wahlen zu beeinflussen. Dies könne durch Einschüchterungstaktiken mittels Nationalgarde und Sicherheitskräften erfolgen, um potenzielle Wähler abzuschrecken oder im Falle einer Niederlage die Legitimität der Wahl infrage zu stellen. Morina erklärt: „Viele Amerikanerinnen und Amerikaner rechnen mit solchen Maßnahmen.“ Die Vergangenheit habe bereits gezeigt, wie kompromisslos die Trump-Regierung agieren kann.
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