Debatte um „Rente mit 63“ geht weiter
Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ die Vorschläge der Rentenkommission grundsätzlich gelobt, gleichzeitig aber auf bestehende Ungerechtigkeiten hingewiesen.
Ungleichheiten bei der Rentenhöhe
Laut Lauterbach leiden insbesondere Geringverdiener und Personen ohne akademischen Abschluss unter niedrigeren Renten, da ihre Lebenserwartung im Durchschnitt kürzer ist. Im Gegensatz dazu profitierten Akademiker, die häufig nur rund 40 Jahre in die Rentenkasse einzahlen, aber etwa 20 Jahre Rente beziehen. Personen mit einer Berufsausbildung hingegen zahlen oft 50 Jahre Beiträge und erhalten im Vergleich dazu fünf Jahre weniger Rente.
Der SPD-Politiker, der derzeit den Forschungsausschuss im Bundestag leitet, kritisierte, dass die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente ab 65 Jahren diese Ungerechtigkeit noch verschärfen würde. Dieses Problem werde in ganz Deutschland wahrgenommen, nicht nur in Ostdeutschland.
Politische Reaktionen und Reformpläne
- Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat zugesagt, die Empfehlungen der Rentenkommission vollständig umzusetzen, einschließlich der Abschaffung der abschlagsfreien Frührente.
- Der Widerstand gegen diese Reformen wächst jedoch zunehmend.
- Das Bundeskabinett plant, an diesem Dienstag die sogenannte Frühstartrente zu verabschieden, die darauf abzielt, Kinder bereits ab sechs Jahren in die kapitalgedeckte Altersvorsorge einzubeziehen.
- Diese Maßnahme soll die private Altersvorsorge stärken und somit das Rentensystem ergänzen.
Stellungnahme von Karl Lauterbach
In seinem Statement betonte Lauterbach nochmals: „Die Rentenkommission hat insgesamt sehr gute Vorschläge vorgelegt, insbesondere die Einführung einer langfristigen Kapitalrente stellt einen wichtigen Fortschritt für das System dar. Dennoch bleibt ein erhebliches Unrecht bestehen, das nicht adressiert wurde.“
Er fügte hinzu, dass die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für Menschen mit Ausbildung die soziale Ungleichheit weiter vergrößere und von der Bevölkerung landesweit wahrgenommen werde.
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