Die Linke plant umfassenden Gegenentwurf zu Faschismus und Neoliberalismus

Die Linke plant Gegenentwurf zu Faschismus und Neoliberalismus nach AfD-Erfolg

Berlin (ots)

Die Parteivorsitzenden der Linken, Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano, kündigen in einem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung nd.Die Woche an, einen substantiellen Gegenentwurf zu Faschismus und neoliberaler Politik zu entwickeln. Anlass ist der Wahlerfolg der AfD bei der jüngsten Landtagswahl.

Proteste und Bündnisse gegen Rechts

Die Linke will sich aktiv an Demonstrationen gegen die rechtspopulistische Partei beteiligen und dabei Kooperationen mit Gewerkschaften, sozialen Bewegungen sowie der Zivilgesellschaft eingehen. Gleichzeitig werde die Partei die Bundesregierung kritisieren, auch wenn sie bei Protesten mit Regierungsparteien zusammenstehe. Es sei notwendig, nicht nur die AfD als zerstörerische Kraft zu benennen, sondern auch die langjährige neoliberale Politik als Ursache für gesellschaftliche Verunsicherung und Entsolidarisierung hervorzuheben, die den Nährboden für rechtsextreme Ideologien bilde.

Teilnahme an bundesweiten Protesten

Schwerdtner und Pantisano kündigen zudem die Beteiligung an den vom Deutschen Gewerkschaftsbund für den 26. September organisierten Protesten gegen die sogenannten „Armutsreformen“ der Bundesregierung an. Die Linke strebe an, eine Verbindung zwischen dem Widerstand gegen die AfD und dem Protest gegen soziale Kürzungen herzustellen. Dies biete die Möglichkeit, im Rahmen antifaschistischer Bündnisse mehr Menschen für eine grundsätzliche Kritik an den bestehenden gesellschaftlichen Machtverhältnissen zu gewinnen.

Selbstkritik nach Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt

Die Vorsitzenden kündigen eine vertiefte Analyse und Selbstkritik hinsichtlich des Abschneidens der Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an. Dort erreichte die Linke lediglich 8,6 Prozent der Stimmen und wurde damit nur fünftstärkste Kraft, obwohl Umfragen zuvor eine Platzierung auf dem dritten Rang prognostizierten.

Strategische Ausrichtung für kommende Wahlen

Zur Stärkung der Partei fordert die Linke eine intensivere Präsenz in Betrieben und Gewerkschaften, um kurzfristig Verbesserungen im Alltag zu erzielen und langfristig gemeinsam mit Beschäftigten der Industrie überzeugende Transformationskonzepte zu erarbeiten. Der Kampf gegen rechte Kräfte könne nur durch eine nachhaltige Strategie gelingen, die Gegenmacht aufbaut, ein funktionierendes Gemeinwesen fördert und niemanden ausschließt. Mit diesem Ansatz bereitet sich die Partei auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin vor.

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