CDU-Arbeitnehmerflügel fordert Nachbesserungen bei Rentenreform
Berlin (ots) – Im Rahmen der aktuellen Koalitionsverhandlungen zur Rentenreform fordert der Arbeitnehmerflügel der CDU präzisere Übergangsregelungen für Versicherte mit besonders langer Beitragsdauer. Dennis Radtke, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), betonte gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstagsausgabe), dass im Gesetzgebungsverfahren praktikable Lösungen für Personen in belastenden Berufen gefunden werden müssten. Vier Jahrzehnte Arbeit im Baugewerbe oder in der Pflege hinterließen deutliche Spuren. Dabei gehe es ihm jedoch nicht darum, das gesamte Rentenpaket grundsätzlich infrage zu stellen.
Kritik an Ausweitung der Mütterrente
Gleichzeitig sprach sich Radtke gegen die geplante dritte Stufe der Mütterrente aus. Angesichts des bestehenden Sparzwangs sei es nicht nachvollziehbar, jährlich zusätzliche fünf Milliarden Euro auszugeben. Die CSU hatte durchgesetzt, dass ab dem 1. Januar 2027 auch für vor 1992 geborene Kinder drei Jahre Erziehungszeit anerkannt werden sollen.
Rentenreform als Kernstück des Sozialpakets
Die Rentenreform bildet den zentralen Bestandteil des Sozialreformpakets der schwarz-roten Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU). Die Koalition hat sich darauf verständigt, die Vorschläge der Rentenkommission vollständig umzusetzen und gleichzeitig die sogenannte Rente mit 63 abzuschaffen.
Uneinigkeit innerhalb der CDU und Unterstützung durch SPD
Die CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – Michael Kretschmer, Sven Schulze und Mario Voigt – hatten eine Debatte über eine mögliche Rücknahme der Reformpläne angestoßen. Während sie innerhalb der eigenen Partei auf Widerstand stoßen, greift die SPD diese Forderungen auf. Jochen Ott, SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, erklärte gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass Menschen, die bereits mit 15 Jahren in das Berufsleben eingestiegen sind und über Jahrzehnte Beiträge gezahlt haben, auch künftig ohne Abschläge in Rente gehen können sollten. Dies sei keine Sonderbehandlung, sondern Ausdruck der Wertschätzung für ein langes Arbeitsleben.
Pressekontakt
- Kölner Stadt-Anzeiger
- Newsdesk
- Telefon: 0221 224 2080
Original-Content von: Kölner Stadt-Anzeiger, übermittelt durch news aktuell

